Das Bali holt den zweiten Platz

Für das Bali-Kino gehören Auszeichnungen schon fast zum Tagesgeschäft. Dieses Mal ist es der zweite Platz beim Kino-Programmpreis für das Film-Theater am Teltower Damm. Die Jury vom Medienboard Berlin- Brandenburg lobte in seiner Begründung vor allem das üppige Jugend- und Kinderprogramm, das große Engagement für die vielen Dokumentarfilme und die zahlreichen Veranstaltungen des Kinos.

Für das Bali bedeutet diese Liebeserklärung der Jury nicht nur viel Ehre, sondern auch 8.000 Euro Preisgeld. Die Inhaberin Helgard Gammert freut sich über die Auszeichnung: „Auch wenn es dieses Jahr nur zum zweiten Platz gereicht hat, hilft uns das Preisgeld sehr bei der Gestaltung unseres Programms. Interessantes und lebendiges Programm-Kino ist teuer. Und wenn man dann auch noch eine Woche lang mehrere Filme thematisch zusammenträgt, dann geht das richtig ins Geld“, sagt die stolze Kino-Frau.

In den 1920er Jahren wurden die Räume des heutigen Bali-Kinos noch als Tanzpalast genutzt. Seit 1946 wird hier ununterbrochen Programmkino präsentiert. Als Helgard Gammert vor 35 Jahren das Kino übernahm, war für sie klar, dass sie diese Tradition fortführen würde. Ihr Ansatz sei es, ein politisches Forum zu bieten und den Leuten die Chance zu geben, das Kino als Informationsquelle zu nutzen. So stellte Gammert beispielsweise eine Informationsveranstaltung anlässlich des Films „Bottled Life“ auf die Beine, zu der sie Mitglieder des Berliner Wassertischs und der Organisation „Brot für die Welt“ einlud um über die Problematiken im Film zu diskutieren. „Wer macht sich schon Gedanken darüber, wie unser Wasser, vor allem durch die Industrie, missbraucht wird.

Zuspruch aus ganz Berlin.

„Die Auswirkungen werden zu einem der größten Probleme der nächsten Generation werden“, warnt Gammert. Beliebt ist ihr Programm nicht nur in ihrem Kiez. Neben ihrem treuen Stammpublikum kommen Zuschauer aus ganz Berlin, die ihr Arthouse-Kino zu schätzen wissen. Die Inhaberin heißt ihre Zuschauer im Bali noch persönlich in dem überschaubaren 100-Plätze-Haus willkommen. Die roten Plüschsitze und die alten 35-mm-Apparaturen erinnern an das Kino, wie man es von früher kennt und schaffen eine gemütliche Atmosphäre. „Unser Bali soll ein Treffpunkt für Menschen sein, die neue Dinge entdecken und ihren Horizont erweitern wollen“, erklärt die Betreiberin.

In ihrer Laudatio lobt Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Medienboards Berlin-Brandenburg, vor allem die große Kino-Vielfalt in der Hauptstadtregion: „Mit ihrem großen Engagement sorgen insbesondere die Preisträger des Kinoprogrammpreises dafür, dass das Publikum ein breites Filmangebot genießen kann. Damit das in Zukunft so bleibt, unterstützt das Medienboard die Kinobetreiber seit 2010 mit Fördermitteln bei der Digitalisierung ihrer Leinwände“, sagt Niehuus.

Ohne die vielen Preise, mit denen das Bali seit Jahrzehnten konstant ausgezeichnet wird, würde Inhaberin Helgard Gammert das Kino, so wie sie es jetzt betreibt, nicht mehr weiterführen können. „Ohne diese finanzielle Unterstützung, die ich auch als persönliche Anerkennung empfinde, müsste ich ein Kino wie jedes andere machen. Das würde mir überhaupt nicht gefallen. Dann würde ich aufhören“, sagt die Kino-Fanatikerin.

Charlotte Marxen / Bild: Bali-Kino

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen