Nazis müssen im Mai räumen

Vergleich: Mieter und Anwohner in der Lückstraße atmen auf

Seit März 2011 hatten sich Nazis in einem ehemaligen Gardinengeschäft im Weitlingkiez, direkt neben dem Kant-Gymnasium eingemietet. Als Tarnverein mit dem Titel „Sozial engagiert in Berlin e. V.“ wurden die Räume als Treff von jungen Nazis genutzt. Ein Umstand, den auch der Vermieter des Hauses nicht hinnehmen wollte und eine Kündigung dem Verein bereits vor einigen Monaten aussprach. Während das Berliner Landgericht die Kündigungsklage noch abwies, konnte vor dem Kammergericht am Kleistpark nun ein Vergleich zwischen Nazi-Verein und Vermieter erzielt werden. Der Seib e. V. muss bis Ende Mai 2014 die Räume in der Lückstraße 58 verlassen. Im gesamten Mietshaus und der Nachbarschaft dürfte diese Entscheidung für große Erleichterung sorgen, schließlich rückt damit diese Adresse endgültig aus dem Fokus von Übergriffen, Konflikten und Kundgebungen. Auf dem Internetportal Facebook kündigte die sogenannte NPD-Jugend „Junge Nationalen“ indes an, „auch weiterhin nicht davor zurückzuschrecken, in Berlin nationale Infrastruktur zu schaffen und so für Kameraden und Volksgenossen ansprechbar
zu sein“.

„Ich freue mich, dass der Standort Lückstraße endlich geschlossen werden kann. Wichtig ist doch auch die Erkenntnis, dass die Arbeit des Treffs keine bleibende Relevanz bei Jugendlichen im Kiez zur Folge hatte“, resümiert der SPD-Abgeordnete Ole Kreins den glücklichen Ausgang einer zweijährigen Skandalgeschichte im Weitlingkiez.

Stefan Bartylla (Text und Bild)

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