Flüchtlinge sind willkommen

Asyl: Neues Flüchtlingsheim bekommt überwältigende Unterstützung durch die Pankower

Ein leerstehendes Bürogebäude in der Mühlenstraße ist jetzt die vorübergehende Heimat für 220 Flüchtlinge aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Pakistan. Und der Empfang war überwältigend, die Pankower haben ihre neuen Nachbarn mit offenen Armen aufgenommen. „Die Unterstützung war riesig. In unseren Kellern stapeln sich die Geschenke, wir wissen nicht mehr wohin mit all den abgegebenen Sachen und dem Spielzeug. Bis Januar sollte vorerst niemand mehr spenden“, sagt Yvonne Lieske vom Heimbetreiber Prisod.

Guter Start

Einen besseren Start in ein neues Leben hätten sich die Flüchtlinge nicht wünschen können. Die ersten 176 zogen schon vor zwei Wochen ein. In den letzten Monaten wurden in dem fast leerstehenden Bürogebäude in der Mühlenstraße Duschen, Küchen, Aufenthaltsräume und eine Bücherstube für sie eingerichtet. „Jede Familie lebt in ihren eigenen Zimmern“, erklärt Yvonne Lieske. Bäder, Küchen und Gemeinschaftsräume teilen sich die Bewohner. Als Nächstes wird im Innenhof, wo jetzt noch Parkplätze sind, ein Kinderspielplatz angelegt. Und Sprachprobleme soll es auch nicht geben. Von 8 bis 17 Uhr ist täglich ein Ansprechpartner, der Arabisch oder Kurdisch beherrscht, für die Fragen und Probleme der Flüchtlinge vor Ort.

Im Stadtteilzentrum Pankow wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Seit im September die Einrichtung des neuen Flüchtlingsheims in Pankow bekannt wurde, treffen sich mehrmals im Monat bis zu 90 Freiwillige, die sich um die wichtigsten Bedürfnisse der Flüchtlinge kümmern. Sie koordinieren die Spenden, helfen bei Schulproblemen, geben Deutschunterricht oder begleiten die Neuberliner bei Behörden- und Arztgängen. „Die Anteilnahme ist groß. Bei jedem Treffen sind neue Freiwillige dabei“, erklärt Karin Sahn vom Stadtteilzentrum.
Derzeit bringt der Bezirk die Kinder der Einrichtung in Schulen unter. „Ab Montag sollen eigentlich alle Kinder in die Schule gehen“, sagt Yvonne Lieske. Und wenn die Kleinen Hilfe brauchen, wird auch für entsprechende Nachhilfe gesorgt. Die Informationsstrategie des Bezirks halten Lieske und Karin Sahn für gelungen. Die Verantwortlichen hatten auf eine große Informationsveranstaltung verzichtet, um rechten Gruppierungen keine Bühne für rechtsradikale Hetze zu geben, wie es im Sommer bei einem Flüchtlingsheim in Hellersdorf der Fall war. „Unsere persönlichen Informationsangebote wurden kaum genutzt. Die Pankower nehmen die Flüchtlinge ohne Vorbehalte auf“, sagt Lieske. Ein provozierender Aufkleber der Jugendorganisation der NPD, der im November auf dem Gebäude angebracht wurde, sei ein Einzelfall gewesen.
Sechs bis neun Monate bleiben die Flüchtlinge im Schnitt im Heim. Danach geht es, laut Yvonne Lieske, entweder zurück ins Heimatland wegen unzureichender Asylgründe oder in eine eigene Wohnung. „Nach dieser Zeit werden neue Flüchtlinge kommen, die sich hier ebenfalls wieder einleben müssen“, sagt Lieske. Entsprechend stellen sich alle Beteiligten auf ein längerfristiges Engagement für die Flüchtlinge ein.

Alexander Wolff (Text und Bild)

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