Berliner Kulturgut ist in Gefahr

Kunst: Dem Skulpturen-Erbe von Fritz Kühn droht die Verschrottung

Die Arbeiten des Kunstschmiedes, Fotografen und Bildhauers Fritz Kühn sind in Berlin an vielen Orten präsent. Ob der Brunnen am Straßburger Platz, das A-Portal der Berliner Stadtbibliothek oder das Altarkreuz und die Leuchter der Gethsemanekirche: Kühns Skulpturen kennt fast jeder. Doch nun droht einem großen Teil seiner Werke die Verschrottung. 50 Skulpturen sind seit 1967 auf dem 6.000 Quadratmeter großen Areal neben dem Atelier des Sohnes Achim Kühn an der Richterstraße untergebracht. Ende Januar oder Anfang Februar soll das Gelände, das der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft gehört, geräumt werden.

Anträge abgelehnt

Eigentlich sollte hier ein Fritz-Kühn-Museum entstehen. Die Schwiegertochter des Künstlers, Helgard Kühn, engagiert sich bereits seit Jahren für das Projekt, das eine Ausstellungshalle und einen Skulpturengarten vorsah. „Der Senat wäre eigentlich verpflichtet das Erbe von Fritz Kühn, das als Kulturgut ausgewiesen ist, zu schützen“, sagt Helgard Kühn. Das Land könne zu diesem Zwecke einen Antrag an den Bund stellen, um eine Co-Finanzierung für den Schutz des Kulturguts zu erhalten.

So sei es beispielsweise in Brandenburg mit den Keramikarbeiten von Hedwig Bollhagen geschehen. „Aber der Senat hat versäumt sich darum zu bemühen. Warum, ist mir ein völliges Rätsel“, erklärt die Schwiegertochter. Bis vor kurzem habe es die großzügige Situation gegeben, dass der Eigentümer, die Berliner Bau- und Wohnungsbaugenossenschaft, die Nutzung geduldet hat. Doch da der Senat nicht aktiv wurde, sich um eine weitere Nutzung und Sicherung zu kümmern, wolle die Eigentümerin nun verkaufen. Das Gelände wurde auch der Familie Kühn für 790.000 Euro zum Kauf angeboten. „Wir haben uns bemüht Lotto- Mittel dafür zu beantragen“, so Helgard Kühn. Aber beide Anträge seien abgelehnt worden.

Wohnungen geplant

Jetzt hofft Helgard Kühn noch auf die Hilfe der Politik. Sie hat zwei Anträge zur Rettung der Skulpturen an den Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit eingereicht. Für den Käufer sei es auch nicht so einfach, das Grundstück sinnvoll zu nutzen. „60 Prozent des Geländes sind als Erholungsfläche ausgewiesen“, erklärt Kühn. Wohnungsbau sei da nicht so einfach umzusetzen und der Kaufpreis dafür doch recht hoch. Das Atelier von Achim Kühn ist bei dem Verkauf nicht in Gefahr.

Das Bezirksamt ist bisher noch nicht in die Verhandlungen mit einbezogen worden. Für den Erhalt des Kulturguts zu sorgen ist jedoch auch Aufgabe des Senats.

Isabelle Zirden / Bild: Anne Langert

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