Windige Haltestelle wird richtiger Bahnhof

Gesundbrunnen: Jetzt startet die Bahn mit ihren Bauarbeiten so richtig durch

Alle technischen Probleme sind gelöst. „Wir können jetzt zügig bauen“, erklärte Bahn-Projektleiter Hans Schleiff während der medialen Baustellenbegehung auf dem Hanne-Sobeck-Platz. Es geht also voran am Bahnhof Gesundbrunnen, der bislang eher wie eine kranke Haltestelle daher kam und so gar nicht einladend wirkte. 7.700 Quadratmeter misst das Dach, das offiziell ab Frühjahr den Platz vorm Gesundbrunnen-Center überspannt und auf bis zu 90 Stahlsäulen ruhen wird. Schöner Nebeneffekt: Dioe Bedachung wird nicht nur die bestehenden Zugänge zu den Bahnsteigen vor Witterungseinflüssen schützen, sondern auch die Haltestellen für Bus und Taxi. Die nach allen Seiten hin offene Halle erhält zwei Shopping-Inseln, in denen neben einem DB-Reisezentrum auch Geschäfte für Blumen, Backwaren und Reisebedarf sowie mehrere Imbissstände und eine WC-Anlage untergebracht werden. Von den insgesamt 15 Einzelflächen sind 13 bereits vermietet. Elektronische Fahrtzielanzeiger sorgen für authentische Bahnhofsatmosphäre.

Andere Wegführungen

Den gut einjährigen Verzug erklärte Projektleiter Schleiff damit, dass erst einmal zusätzliche Nachweise der Standfestigkeit, insbesondere für die Verankerung des Gebäudes, erbracht werden mussten. Erstaunlich: Trotz der längeren Bauzeit wird die Bahn den Kostenrahmen von 9,7 Millionen Euro einhalten. Bis das neue Schmuckstück der Öffentlichkeit übergeben wird, müssen sich Fahrgäste allerdings auf Unbequemlichkeiten einrichten. So sind zum Beispiel bis kommenden Mittwoch die Zugänge vom Platz zu den S-Bahnsteigen sowie die Treppen zum Gesundbrunnen-Center gesperrt. Auch in den Wochen danach wird es immer wieder zu anderen Wegführungen kommen. Auch deshalb werden zusätzliche Bahn-Mitarbeiter als Verkehrslotsen einsetzen.

Am Bahnhof Gesundbrunnen steigen jeden Tag mehr als 100.000 Menschen um, ein und aus. Mit täglich 30 Zügen im Fern-, 90 im Regionalverkehr und rund 1.000 S-Bahnen sowie Übergängen zur U-Bahn und zum Bus gehört Gesundbrunnen zu den wichtigsten Verkehrsknotenpunkten Berlins.

Manfred Wolf / Bild: Alexander Freundorfer

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