Alte Märchen neu erzählt

Ausstellung: Machmit-Museum wagt ungewöhnliche Blicke auf die Grimm‘sche Märchenwelt

Das Machmit-Museum in Prenzlauer Berg verwandelt sich für ein Jahr in eine Märchenbühne. Eine große Ausstellung zeigt sieben bekannte Märchen der Gebrüder Grimm auf eine ganz neue Weise. Unterstützt wurde das Museum dabei von Studenten der berühmten Ostkreuz-Fotoschule, die die Märchen fotografisch umgesetzt haben und dabei ordentlich zum Nachdenken anregen.

Wichtige Werte

Durch verschiedene künstlerische Brillen betrachtet, entsteht dabei ein neuer Blick auf jedes der Märchen. Wie für das Machmit-Museum üblich, geht es immer auch um eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten. Das Museum ist dafür bekannt die Kinderrechte in ihre Ausstellungen einfließen zu lassen. „Das klappt bei Märchen besonders gut“, erzählt Dieter Wobig, Mitarbeiter im Museum. Zum Beispiel wird das mutige Rotkäppchen gezeigt, das von seinem Weg abkommt, sich der Gefahr, also dem Wolf, stellt und dabei viele neue Erfahrungen macht. In den Darstellungen von Aschenputtel und Hänsel und Gretel entdeckt der aufmerksame Betrachter die UN-Kinderrechte.

Die Botschaft: Kinderarbeit ist verboten und jedes Kind braucht fürsorgliche Eltern. Bei Dornröschen kommen die Fotos der Ostkreuzstudenten zum Einsatz. Hier muss der Besucher herausfinden, welche von den 13 Frauenfiguren die böse Fee ist. „Die Kinder lernen hier nicht nur die Märchen kennen, sie lernen über sich selbst und die Welt, in der sie leben, nachzudenken“, sagt Dieter Wobig. Je nach Altersstufe und Entwicklungsstand geht es darum, die Märchen kennenzulernen und die Auseinandersetzung mit den eigenen Empfindungen, gesellschaftlichen Werten und allgemeingültigen Kinderrechten zu stärken.

Spaßiges Austoben

Das Museum hat zwei Stockwerke. Unten befindet sich die aktuelle Ausstellung „Erzähl mir doch (k)ein Märchen“ und ein kleiner Laden. Hier können die Kinder Dinge, die in den Märchen eine Rolle gespielt haben, kaufen und verkaufen. „Um wieder neuen Lernstoff aufnehmen zu können, müssen sich die Kinder auch richtig austoben können. Dafür gibt es zwei Klettertürme, auf denen sie spielen können“, sagt Dieter Wobig. Die Eltern oder Großeltern können sich in der Zwischenzeit im Familien-Café ausruhen.

Gegründet wurde das Museum 1992. Über Jahre hatte das Museum keinen festen Platz, musste immer wieder umziehen. Im August 2003 fand es dann schließlich in der frisch sanierten Elias Kirche seine endgültige Heimat.

Verlosung

Das Berliner Abendblatt verlost 3 x 2 Freikarten für die Ausstellung. Einfach eine Postkarte oder E-Mail mit dem Stichwort „Märchen“ senden an Berliner Abendblatt, Karl-Liebknecht-Straße 29, 10178 Berlin oder gewinnen@mdscreative.com. Einsendeschluss ist der 15.2. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

Marie Regenberg / Alexander Wolff / Bild: Machmit-Museum

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