Der neue Asphalt-Cowboy

Fahrprobe: Der Nissan Qashqai der zweiten Generation überzeugt mit neuen Formen und viel Bewegungsfreiheit

Als Nissan 2007 seinen Qashqai auf den Markt brachte, glaubte kaum jemand an einen nachhaltigen Erfolg des Crossovers mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen. Doch weit gefehlt: Der Asphalt-Cowboy wurde die absolute Erfolgsgeschichte des japanischen Herstellers, verkaufte sich seitdem weltweit zwei Millionen Mal. Allein 150.000 Autos gingen bislang nach Deutschland. Am 15. Februar rollt nun die zweite Generation an den Start, größer, frischer, edler und mit modernerer Technik. Das Berliner Abendblatt ist den Neuling schon zur Probe gefahren.

Dynamische Formen

An den Proportionen des neuen Qashqai wurde nicht viel verändert, zumindest nicht solche die seine bisherigen designerischen Stärken waren. Zwar erhielt er eine dynamischere Front mit zugespitztem V-Grill, geschlitzten LED-Scheinwerfern, breiter ausgestellte Radhäuser, die selbst 19-Zöller aufnehmen und hinten LED-Rückleuchten in Bumerang-Form. Und auch seine gewölbten Stoßfänger ziehen sich wie gewohnt als gut trainierte Muskeln um die Hülle. Auf der Straße dürfte dennoch nicht Jedermann den Neuling auf Anhieb gleich erkennen. Auch wenn er in der Länge um fünf Zentimeter auf nun 4,38 Meter zulegte, in der Höhe indes leicht um 15 Millimeter auf 1,59 Meter schrumpfte.

Subtile Behaglichkeit

Asphalt-Cowboy_2Innen wird der frische Geist schon deutlicher. Und gefällt hier seine subtile Art von Behaglichkeit. Ist hier doch alles auf die Bedürfnisse des gehobenen urbanen Kunden abgestimmt. Wir registrieren ein formschönes Cockpit mit kristallscharfen Displays, Alu-Look und übersichtlichen Rundinstrumenten. Ergonomie als auch die Passgenauigkeit der Teile sind passabel. Auch die Kunststoffapplikationen erhielten einen edleren Look. Der Fahrer greift zudem in ein neues Dreispeichenlenkrad. Auffällig auch: Für alle Qashqai-Insassen gibt es jetzt mehr Platz mit ausgezeichneten Sitzen, aus denen man selbst nach langer Fahrt erholt aussteigt. Mehr Raum (+20 Liter) bietet zudem das Gepäckabteil (430 Liter), Praktiker dürfte das neue Unterbodenfach sowie eine Verstaumöglichkeit für das Gepäckraumrollo freuen.

Verschiedene Motoren

Als Motoren hat Nissan vorerst einen Turbo-Benziner mit l,2 Liter Hubraum und 115 PS (190 Nm), sowie zwei Ölbrenner mit 110 und 130 PS (280 und 320 Nm) in der Pipeline. Der kleinste Diesel startet ab 21.890 Euro, der Benziner kostet ab 19.940 Euro. Wir haben letztere 2WD-Variante mal ausprobiert. Gestartet wird jetzt per Knopfdruck. Ausgesprochen leise und mit spielerischer Leichtigkeit setzt er sich dank seiner 190 Nm in Bewegung.

Schnittig unterwegs

Unterwegs ist der Qashqai munter, stürmt (wenn es sein muss) mit respektablen 10,9 Sekunden auf 100, erreicht später locker die 185 km/h als Spitze und verlangt im Schnitt nach nur 5,6 Liter Super (CO2 129 g/km). Prima ist das gut trainierte Handling des Qashqai und sein ruhiger Geradeauslauf. Der mobile Hochsitz ist ein solider Praktiker für Sport und Freizeit.

Fakten

Nissan Qashqai

  • Motor: 2,0 4-Zylinder
  •  Spitze: 185 km/h
  • 0 auf 100: 10,9 Sekunden
  • CO2: 129 g/km
  • Verbrauch: 5,6 Liter/100 km
  • Preis: ab 19.940 Euro
Rainer Bekeschus / Bilder: Nissan

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