Eine verdiente Auszeichnung

Engagement: Tempelhof-Schöneberg zeichnet Klaus Assmann mit der Verdienstmedaille aus

Mit 40 Jahren bemerkte Klaus Assmann, dass sein Augenlicht schwand. „Auf einmal sah ich alles wie durch einen Tunnel“, erklärt der mittlerweile erblindete Leiter des Blinden- und Sehbehindertenvereins Tempelhof-Schöneberg. Für den damals als Anwalt arbeitenden Juristen war die Diagnose „Retinitis pigmentosa“ nicht nur ein persönliches Drama, sondern auch existenzgefährdend. „Ich bewarb mich daher beim Staatsdienst und wurde Richter am Landgericht. Dort stellte man mir wenigstens eine Vorlesekraft zur Verfügung“, so Assmann.

Viel zu tun

Mit viel Tapferkeit und Courage bestritt Assmann nicht nur sein Berufsleben, sondern engagierte sich auch im Blindenverein. „Nach meiner Pensionierung bot man mir den Vorsitz an. Da konnte ich nicht Nein sagen“. Das war vor zehn Jahren. Eine Zeit, in der er die Mitgliederversammlungen organisierte, Informationsabende zu Fragen der Vorsorgevollmacht und Patientenverfügungen veranstaltete und dazu die entsprechenden Referenten einlud. Er organisierte das Sommer- und Weihnachtsfest und zwei Busfahrten im Jahr. Daneben hält er regelmäßig telefonischen und persönlichen Kontakt zu den Vereinsmitgliedern, insbesondere zu denen, die es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr schaffen, sich am Vereinsleben zu beteiligen. Für sein unermüdliches Engagement wurde Assmann jetzt mit der Verdienstmedaille des Bezirks Tempelhof-Schöneberg ausgezeichnet. „Für mich als Bürgermeisterin ist es selbstverständlich ein sehr erfreulicher Anlass Bürger zu ehren, die sich aktiv für ihre Mitmenschen einsetzen und die wir daher zu Recht als Vorbilder für die gesamte Gesellschaft bezeichnen dürfen“ erklärte Angelika Schöttler bei der feierlichen Verleihung in der vergangenen Woche im Theodor-Heuss-Saal des Rathauses Schöneberg.

Rund 100 Zuschauer applaudierten kräftig, als Assmann und sieben weitere Preisträger ihre Medaillen und Blumensträuße entgegennahmen. Den im letzten Jahr herausgegebenen Tempelhof-Taler bekamen die Preisträger als Zugabe. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von „Muzet Royal“, einem schwungvollen Damen-Trio, das mit Walzer, Tango und Filmmusik aus „Chocolat“ für heitere Stimmung sorgte. Die Schülerfirma der Prignitzschule „Prignitzeria“ servierte auf silbernen Platten liebevoll zubereitete Häppchen. Klaus Assmann nahm gerührt seine Verdienstmedaille von der Laudatorin, der Bezirksverordneten Elisabeth Kiderlen, entgegen. Ausruhen will er sich auf der Belobigung nicht, sondern er wird weiter für den Blindenverein arbeiten. Die Mitglieder haben Assmann für zwei weitere Jahre zum Vorsitzenden des Blindenvereins im Bezirk gewählt. „Was nach 2016 kommt, muss ich abwarten. Immerhin bin ich dann 77 Jahre alt“. Jetzt steht erst einmal die Organisation von zwei Informationsveranstaltungen an. Die Themen Hausnotruf und gesunde Ernährung werden in den Räumen des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin in der Auerbachstraße im Grunewald diskutiert.

Und es geht weiter

Im Frühling organisiert Assmann eine Bus- und Schiffsfahrt zum Finowkanal. „Außer Geld fehlt uns nichts. Wir sind eine gute Gemeinschaft“, betont er. „Ich möchte bei allen Menschen werben, sich auch ehrenamtlich zu engagieren“, erklärte Schöttler am Ende des Abends. Immerhin sind in ganz Deutschland über zwölf Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. „Ehrenamt ist eine Stütze der Demokratie“, so die Politikerin. Dafür zeichnet der Bezirk jedes Jahr ausgewählte Menschen aus, die sich in Tempelhof-Schöneberg engagieren.

Foto: Klaus Assmann bekam die Verdienstmedaille von Elisabeth Kiderlen überreicht

Tanja von Unger / Bild: BezAmt

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen