Auf die Füße getreten

Klara-Franke-Preis Engagierte ausgezeichnet

Vor kurzem hat der Verbund für Nachbarschaft und Selbsthilfe Moabit den Klara-Franke-Preis 2014 verliehen. Damit werden Menschen geehrt, die sich freiwillig für gute Nachbarschaft in Moabit engagieren. Im Sinne Klara Frankes (1911–1995), die mehr als 60 Jahre in der Lehrter Straße lebte und sich dort bis zu ihrem Tod für gute Nachbarschaft, benachteiligte Menschen und ein besseres Wohnumfeld engagierte.

Wegweisende Hilfe

Aus zahlreichen Einsendungen und Vorschlägen aus der Bevölkerung wählte die Jury mit Schirmherrin Ingrid Thorius, der Tochter von Klara Franke, die Preisträger aus. Einer der Geehrten ist in diesem Jahr Thomas Englert. Der Rentner aus der Pritzwalker Straße 17 arbeitet seit mehr als 15 Jahren auf vielfältige Weise im Ehrenamt. Er betreute misshandelte Kleinkinder im Krankenhaus, engagierte sich für Demenzkranke und arbeitete als Sterbebegleiter zum Beispiel im Kinderhospiz Sonnenhof. In Moabit ist Thomas Englert an der Kurt-Tucholsky und der Moabiter Grundschule als Lesepate und Ansprechpartner für die Kinder. „Heute ehren wir einen Menschen, der die Initiative ergriffen hat und sich auch nach dem Eintritt in den Ruhestand in einem außergewöhnlich hohen Maße engagiert“, sagte Ingrid Thorius in ihrer Laudatio und hob hervor, dass Thomas Englert immer auch ganz besonders der Schutz und die wegweisende Hilfe für Kinder am Herzen lag und liegt.

Keine Übergriffe

Zweite Preisträgerin ist Diana Henniges aus der Jagowstraße. Sie hat mit unermüdlicher Energie und Organisationstalent die Initiative „Moabit hilft!“ für die Flüchtlinge im Heim des ASB in Alt-Moabit aufgebaut. Dabei geht es nicht nur um die Sammlung von Spenden, sondern um Begegnungen mit den Menschen. Deutschunterricht, Kinderbetreuung, Begleitung bei Ämtern und Feste in der Notunterkunft geben dazu Gelegenheit. In der Laudatio von Jutta Schauer-Oldenburg heißt es: „Dass ein Bundestagsabgeordneter auf einer Willkommensfeier für Flüchtlinge sagen musste: ‚Von Moabit kann man lernen!‘, dass der Stadtrat für Soziales während einer Bezirksverordnetenversammlung von seiner Hochachtung für das Verhalten der Moabiter den Flüchtlingen gegenüber sprach, dass es hier bei uns keine Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gab, sondern Spenden und ein Willkommensfest, haben wir Moabiter einem Menschen zu verdanken: Dir, liebe Diana Henniges!“ Die Laudatorin verwies noch einmal auf die Namensgeberin des Preises und ihren Spruch, dass der Politik immer mal wieder auf die Füße getreten werden müsse. Das habe Diana Henniges auf eine recht unauffällige Art ebenfalls getan und dadurch viel erreicht.

Susanne Torka / Bild: S. Torka

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