Hier wird der Kiez zur Heimat

Programm 2014: Der Heimatverein vermittelt nicht nur Bezirks-Geschichte

Wenn Claas Reise zu sprechen beginnt, hört man deutlich, dass er kein Berliner ist, sondern aus der Niederlausitz stammt. Aber inzwischen ist er ein waschechter Marzahner geworden und seine ganze Liebe gehört seit sechs Jahren dem hiesigen Heimatverein. „Angefangen hat unser Verein 1991 mit 19 Mitgliedern. Inzwischen sind wir 144 Personen, die sich mit der Geschichte und mit der Gegenwart des Bezirks auseinander setzen“, sagt Claas Reise stolz. Und über die historische Arbeit hinaus versucht der Heimatverein vor allen Dingen den Bürgern ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl zu ihrem Bezirk zu vermitteln. Gerade jetzt mit den steigenden Einwohner- und Geburtenzahlen in Marzahn-Hellersdorf sei die Arbeit des Heimatvereins umso bedeutender geworden. „Mit dem Begriff „Identitätsbildung“ wird oft ein zu schweres Wort für unsere Vereinsarbeit benutzt. Aber sie zielt schon in diese Richtung und möchte dazu beitragen, dass sich Bürger aktiv mit ihrem Kiez auseinandersetzen und beschäftigen können“, so Reise.

Die Schriftenreihe

Einmal jährlich gibt der Verein ein Büchlein heraus, das sich mit einem Geschichts-Thema aus dem Bezirk beschäftigt. Die Themen der vergangenen Jahre waren die Verkehrsanbindung und Infrastruktur Marzahns sowie die Geschichte der Region während des Nationalsozialismus. So erscheint Mitte November nun schon der zwölfte Band aus der Reihe „Beiträge zur Regionalgeschichte“, in dem die Höhepunkte des Bezirkssports zusammengefasst werden. Historische Betrachtungen stehen aber nur zum Teil im Mittelpunkt des Vereins. Ausflüge ins Umland, Vorträge und Diskussionen beschäftigen sich auch mit ganz aktuellen Themenbereichen.

Die Veranstaltungen

Der nächste Termin im Veranstaltungskalender des Heimatvereins ist eine Diskussionsrunde am 9. April mit dem ersten Marzahner Bürgermeister, Gerd Cyske, die in der Reihe „Gespräch zur Heimatgeschichte“ stattfinden wird. Im Mai will sich der Verein an den Jubiläumsfeiern zum 20-jährigen Bestehen der Marzahner Bockwindmühle beteiligen, und am 21. Juni steht die traditionelle Tages-Exkursion auf dem Plan. In diesem Jahr geht es nach Bad Freienwalde und Mögelin. Auf dem Mögeliner Landgut mit seiner ehemals akademischen Ausbildungsstätte für Landwirte möchte man sich mit dem Lebenswerk von Albert Thaer beschäftigen. Ende September schließt das Sommer-Programm des Heimatvereins schließlich mit einer Halbtages-Exkursion ab Lindenberg, entlang der Dörfer in Richtung Osten. Das gesamte Veranstaltungsprogramm des Vereins findet sich auf der neu gestalteten Internetseite. Hier ist auch ein Kalender aufgeführt, der alle Jubiläen im Bezirk für diese Jahr auflistet. Auf der Website finden sich auch alle Kontaktmöglichkeiten zum Verein. „Jeder darf bei uns mitmachen. Auch Nicht-Mitglieder können sich bei Interesse zu den einzelnen Terminen anmelden“, so Claas Reise.

Foto: Der Pressesprecher vor der Angerwiese am Heimatmuseum

www.heimatverein-marzahn.de

Stefan Bartylla (Text und Bild)

 

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