Abschied des Tausendsassas

Kiez-Persönlichkeit: Ortskenner und Weißensee-Liebhaber Jürgen Kirschke verlässt seine Heimat

Er organisierte Märkte im Bezirk, gründete Interessengemeinschaften, Verlage und Zeitungen über Weißensee und war sechs Jahre lang der Vorsitzende der Weißenseer Heimatfreunde. So engagiert und vielfältig wie Jürgen Kirschke hat sich kaum jemand mit seinem Kiez auseinandergesetzt. Anfang April verabschiedet sich der Tausendsassa von seiner Heimat. Ihn zieht es in den Süden, der Liebe wegen.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Jürgen Kirschke. Er hinterlässt einen Ortsteil, in dem er vieles aufgebaut hat und bei noch mehr zumindest beteiligt war. Die Liste ist lang. Er war Gründer und Vorstand der Heimatfreunde, hat die Internetseite www.berlin-weissensse.de aufgebaut, er war Mitglied in der Interessengemeinschaft Gustav-Adolf-Straße, hat das Fest für Menschenrechte 2006 und das Blumenfest viele Jahre mitorganisiert. Er hat bis 2012 die Zeitschrift „Wir in Weißensee“ herausgegeben und seit 2008 den Weißensee-Kalender. Besonders stolz ist er auf das Frühlingsfest im Jahr 2009 auf dem Caligariplatz. „Das zog sich bis in die Gustav-Adolf-Straße hinein“, so Kirschke. In einer Umfrage hat er die Bewohner zum Leben in Weißensee befragt und die Ergebnisse an die Politik weitergegeben. An einen anderen Wohnort, sagt er, habe er nie gedacht. Obwohl er eigentlich aus Prenzlauer Berg kommt.

Neue Aufgabe

„Die Weißenseer Jugendklubs haben mir damals einfach besser gefallen, als die im Prenzlauer Berg, wo ich wohnte“, sagt Kirschke. Zu DDR-Zeiten war er Ordner im Jugendklub Langhansstraße, dem heutigen H.O.F. 23. Also entschloss er sich nach Weißensee zu ziehen. Den Wandel der Zeit hat Jürgen Kirschke stets begleitet und teilweise selbst gestaltet, wo ihm Weißensee nicht schnell genug hinterherkam. Also machte er sich kurzerhand daran, eine Internetseite für den Ortsteil auf die Beine zu stellen. Daraus ergab sich dann das Interesse an der Geschichte des Ortes. Und wieder ließ es der 47-Jährige nicht beim guten Vorsatz, sondern gründete die Weißenseer Heimatfreunde. Seine Nachfolge ist inzwischen geregelt. Und Weißensee will er auch aus Kroation, wo er gemeinsam mit seiner Frau die Firma der Schwiegereltern fortführt, treu bleiben, inklusive Besuche natürlich.

Alexander Wolff

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