Ich habe einen Traum

Ausstellung: Schüler auf den Spuren von Martin Luther King

Unterricht mal anders: Statt trockene Theorie zu pauken, begaben sich Schüler des Luxemburg-Gymnasiums Pankow gemeinsam mit Schülern der Reuter-Oberschule Wedding auf eine Zeitreise durch die Hauptstadt. Unter dem Projekt „King Code“ verfolgten sie über ein Jahr lang die Spuren, die der Bürgerrechtler Martin Luther King hinterlassen hatte, als er 1964 das geteilte Berlin besuchte. Sie recherchierten in Archiven, besuchten Orte, die auch der Friedensnobelpreisträger aufgesucht hatte. Zum Beispiel die Marien- und Sophienkirche in Mitte, in denen King zu den Berlinern sprach. Für ihr Projekt sprachen sie sogar mit Zeitzeugen, die bei den Friedenspredigten in den beiden Ostberliner Kirchen dabei waren. Sie erzählten, welch prägenden Einfluss die Visionen von Luther King für sie als DDR-Bürger hatten. Darüber hinaus setzten sich die Schüler mit Rassismus und Diskriminierung im Alltag auseinander.

Schau im Foyer

Einen Teil ihrer Ergebnisse stellten die Schüler nun in einer Ausstellung zusammen. Zahlreiche von ihnen selbst gemalte Bilder und Informationstafeln schmücken das Foyer des Luxemburg-Gymnasiums. Unterstützung für das Schulprojekt gab es unter anderem auch von der Bundesstiftung für Aufarbeitung und dem Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum). „Wir wollten ein Projekt schaffen, das die Grenzen der Bezirke überschreitet“, sagt Daniel Schmöcker, Kunstlehrer des Luxemburg-Gymnasiums. Da erschien es geradezu passend, zwei so unterschiedliche Schulen zu dem Thema Martin Luther King zusammenzubringen. Schließlich hat gerade die Ernst-Reuter-Schule den Ruf einer Problemschule, viele Schüler haben einen Migrationshintergrund. „Wir wollten, dass beide Seiten ihre Vorurteile überwinden“, so Saraya Gomis, Lehrerin der Weddinger Oberschule. So auch Franziska von Harsdorf (17) und Yannick Platow (18) aus der 12. Klasse des Luxemburg-Gymnasiums. Sie nahmen an dem Projekt als Teil ihres Kunst-Leistungskurses teil. „Durch den Austausch mit der anderen Schule haben wir viel über andere Kulturen gelernt“, sagt Yannick. Und auch Franziska findet: „Wir sind durch das Projekt viel sensibler für das Thema Rassismus geworden.“

Schüler im TV

Die beeindruckende Arbeit der Jugendlichen wurde sogar ausgezeichnet und vom TV-Sender RTL in einer Dokumentation festgehalten. Bis Mitte April diesen Jahres ist die Ausstellung noch in dem Gymnasium in der Kissingenstraße 12 zu besichtigen. Danach wandert sie weiter und steht Schulen in ganz Berlin und Brandenburg zur Verfügung. Diese können die Ausstellung dann durch ihre eigenen Projekte erweitern.

Nabila Lalee / Bild: N. L.

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