Keine Subventionen für Kindertheater

Kultur: Bühnen fordern 50.000 Euro, um weiterhin verbilligte Tickets ausgeben zu können

Berlins Kinder- und Jugendtheater freuen sich über stetig steigende Besucherzahlen in den letzten Jahren. Aber damit ist bald Schluss, die Kassen sind leer. Grund für den Erfolg war das Programm „Theater der Schulen“, für das der Senat 304.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte. Damit wurden die ermäßigten Eintrittspreise für Schüler und Lehrer finanziert. Aber leider war das Programm zu erfolgreich, sodass die Summe für den Doppelhaushalt 2012/2013 bereits im Oktober letzten Jahres aufgebraucht war und der Senat sogar noch einmal nachlegen musste. Doch jetzt hat man kein Geld mehr für Subventionen. Um den Schülern und Lehrern aber auch weiterhin einen ermäßigten Besuch ihrer Häuser zu ermöglichen, fordern die Theatermacher einen Nachschlag von 50.000 Euro. Dazu haben sie jetzt eine Online-Petition gestartet.

Haushalt gedeckelt

So funktioniert das Theater-Programm: Der JugendKulturService (JKS) fördert im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft die gleichberechtigte Teilnahme von Schülern aller sozialen Schichten an den Kulturangeboten Berlins – vor allem der Kinder- und Jugendtheater. Die Förderung beinhaltet eine Bezuschussung der Schulgruppen von 1,50 Euro pro Eintrittskarte sowie ein Kontingent von Freikarten für die begleitenden Lehrer. „Die Forderung der Theatermacher von 50.000 Euro wird schwierig umzusetzen sein. Der Haushalt ist nach obenhin gedeckelt. Wir könnten uns vorstellen, das Kontingent der Lehrerkarten zu halbieren oder pro Quartal nur eine gewisse Zahl an ermäßigten Karten anzubieten. Wir wollen auch mit den größeren Theatern wie Grips, Atze und dem Theater an der Parkaue reden, ob sie ihre Kontingente eventuell etwas zurückschrauben könnten, aber das wird schwierig sein“, sagt Ilja Koschembar, Sprecher der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Auch das Theater an der Parkaue wird bald die fehlenden Gelder zu spüren bekommen. „Mit großer Zuversicht schaue ich auf die solidarische Aktion der Kinder- und Jugendtheater Berlins. Denn das Problem ist den Verantwortlichen in der Politik seit mehreren Jahren bekannt. Seitdem kämpfen alle Kinder- und Jugendtheater für eine Verbesserung der Situation. Aber im Land Berlin scheint Erfolg nicht belohnt zu werden. Diese Praxis ist extrem kontraproduktiv. Nicht nur dem Theater an der Parkaue und seinen hochmotivierten Mitarbeitern, sondern allen kreativen Streitern für eine umfassende Kulturelle Bildung wird so ein Bein gestellt. Die Politik kann nicht auf der einen Seite den Begriff der Kulturellen Bildung vor sich hertragen und auf der anderen Seite den Erfolg der Theatermacher untergraben“, bezieht Kay Wuschek, der Intendant des Theaters an der Parkaue Stellung zu diesem Problem.

Schwierige Lösung

Nächste Woche wird es Gespräche zwischen Sigrid Klebba, Staatssekretärin für Jugend und Familie, den Leitern des JKS und den Theatermachern geben. Man hoffe auf eine zeitnahe Lösung. Aber es werde möglicherweise schwierig, sagt Koschembar.

 Julia Backes / Bild: Theater an der Parkaue

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