Mehrwert für den Kiez

Projekt: Für die kulturelle Nutzung des Gewerbehofs Rigaer Straße gibt es zahlreiche Ideen

Ein Restaurant, eine Ausstellung oder gar ein Aussichtsturm? Wenn es nach der Interessengemeinschaft Rigaer Straße (IG) geht, gibt es viele Projekte, die im Gewerbehof Rigaer Straße verwirklicht werden könnten. Die ehemalige Möbelfabrik im Samariterkiez ist seit 2012 im Besitz der CG-Gruppe. Das Immobilienunternehmen plant bis 2017 über 100 neue Wohnungen auf dem Gelände.

Für die IG ist das allerdings kein Grund, zu resignieren. Mit eigenen Ideen und Vorschlägen versucht sie, die Planungen konstruktiv zu begleiten. „Es gibt einen Diskussionsprozess, der im Gange ist“, sagt Hajo Toppius von der IG und betont, was er am Ende des Prozesses erreichen will: „Einen Mehrwert für den Kiez!“

Friedrichshainer Möbelturm

In einem Konzeptpapier stellt die IG ihre Ideen für das Gelände vor. Ausgehend von einer Einigung mit der CG-Gruppe, nach der etwa 30 Prozent der Fläche für soziokulturelle Nutzungen bleiben sollen, steht ein Gewerbehof im Zentrum ihrer Überlegungen. „Wir wollen einen Hof, der für die Öffentlichkeit nutzbar ist“, erklärt Toppius. Über die Lage des Hofes direkt an der Straße gäbe es Einigkeit, nicht aber über seine Größe. Auf dem Areal soll es gastronomische Angebote geben, einen Kiezkiosk und Räumlichkeiten für die bisherigen Nutzer, wie die Bildungseinrichtung für berufliche Umschulung und Fortbildung (BUF) und den Kulturverein Antje Øklesund. Vom Hof aus könnte eine terrassierte Bauweise zu den neuen Wohnbauten in die Höhe steigen. „Diese Idee wurde von der CG-Gruppe auch aufgenommen, aber sehr dezent“, sagt Toppius. Doch auch die künstlerische Gestaltung des Hofes soll im Mittelpunkt stehen. Mögliche kulturellen Nutzungen wären eine Ausstellung zur Geschichte des Samariterkiezes oder sonstige Kunstinstallationen. Als besonderes Bonbons schwebt der IG eine Art öffentlich zugängliche Aussichtplattform am höchsten Punkt des Geländes vor. „Früher, so in den 90er Jahren, gab es eine große Tradition, hier auf den Dächer etwas zu machen, das war sehr lebendig“, berichtet Toppius. Der Friedrichshainer Möbelturm soll einen Blick über den Kiez ermöglichen und so die Brücke zur jüngeren Geschichte des Stadtteils schlagen.

Neubau als Chance

So lebhaft man sich die Ideen der Aktivisten auch vorstellen kann, so unsicher sind sie doch bisher. „Es kann alles noch scheitern“, warnt Toppius. Auch wenn hier Parteien bereit seien, konstruktiv zu diskutieren, wie es sonst im Bezirk nicht üblich sei, habe es noch keine Einigung gegeben. Von der Politik im Bezirk, die eine Veränderungssperre beschlossen hat, um den kulturellen Standort zu schützen, fühlt Toppius sich derweil gut unterstützt.

An eine endgültige Einigung mit dem Investor knüpft er hohe Erwartungen: „Es soll nicht einfach irgendein Kompromiss sein, sondern eine Lösung, die dem Kiez auch etwas bringt.“ Doch gerade deshalb begreift er die Entwicklung als Chance: „Es gilt, die Möglichkeiten zu nutzen, die der Neubau schafft.“

Thorsten Mumme / Bild: Archiv/Alexander Freundorfer

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