Flüchtlinge willkommen heißen

Gründung: Neues Willkommensbündnis soll Asylsuchenden die Ankunft in Steglitz-Zehlendorf erleichtern

Im Sommer wird in Steglitz-Zehlendorf eine Unterkunft für Flüchtlinge und Asylsuchende in der Goerzallee 307 für etwa 200 Personen öffnen. Geplant ist außerdem die Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für weitere 200 Personen in der Goerzallee 311. Zu einer Informationsveranstaltung und zur Gründung eines Willkommensbündnisses lädt der Bezirk am 7. Mai, ab 18 Uhr zu einer Informationsveranstaltung für alle Interessierten ein. Ort: Rathaus Zehlendorf, Kirchstraße 1/3.

Ankunft erleichtern

Die Einwohner des Bezirks sollen detailliert über die Eröffnung informiert werden. Um eine angemessene Willkommenskultur vorzubereiten, wurde vor einigen Monaten damit begonnen, ein „Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf“ vorzubereiten. In diesem Bündnis arbeiten die Verwaltung, das Landesamt für Gesundheit und Soziales, Nachbarschaftsheime sowie Migrantenorganisationen, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, die Polizei und im Integrationsbereich aktive Organisationen und engagierte Privatpersonen daran, dass Flüchtlinge und Einwohner in Zukunft friedlich im Bezirk zusammenleben. Die Schirmherrschaft für das Willkommensbündnis hat Bezirksbürgermeister Norbert Kopp übernommen. Am 7. Mai wird es ins Leben gerufen. Das Willkommensbündnis ist ein Zusammenschluss von Aktiven, die gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen dafür sorgen wollen, dass sich Flüchtlinge einleben und, geschützt vor Übergriffen und Diskriminierungen, an der Gestaltung des Gemeinwesens mitwirken können.

Schutz vor Verfolgung

Die Geschichte Berlins ist auch eine Geschichte von Menschen, die zugewandert sind. Viele von ihnen kamen nicht freiwillig, sie haben dennoch Berlin kulturell und wirtschaftlich mitgeprägt. Waren es früher Religionsflüchtlinge wie die Hugenotten aus Frankreich, Revolutionsflüchtlinge aus Russland oder Vertriebene aus Ostpreußen und Schlesien, sind es heute hauptsächlich Kriegsflüchtlinge aus Afghanistan und Syrien oder Menschen aus Krisengebieten in Afrika. Für alle gelten die Allgemeinen Menschenrechte, nach denen jede und jeder das Recht hat, auch zeitweise in anderen Ländern Asyl und Schutz vor Verfolgung zu suchen. Steglitz-Zehlendorf hat als einer der größten Berliner Bezirke bisher die wenigsten Flüchtlinge aufgenommen. „Wir wollen uns unserer Verantwortung nun stellen“, ist nun von Seiten des Bezirksamtes zu hören. So können bald zu den bisher etwa 170 schon im Bezirk lebenden Flüchtlingen noch zusätzliche 200 Menschen ein Gebäude an der Lichterfelder Goerzallee beziehen. Weitere Liegenschaften werden gesucht.

Sara KlinkeBild: Anne Langert

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