Schutz vor der nächsten Tragödie

Sicherheit: Polizei betreibt Aufklärung, um Unfälle auf Bahngelände Greifswalder Straße zu verhindern

Fünf Monate ist es her, am zweiten Weihnachtsfeiertag war es, da lagen an den Abstellgleisen der Bahn an der Greifswalder Straße Blumen, Teddys, Plüschherzen und Kerzen. Angehörige, Mitschüler und Freunde eines 15-Jährigen hatten sie dort abgelegt, einen Tag nachdem der Junge einen tödlichen Stromschlag aus einer Oberleitung erhalten hatte. Dem war der lebensgefährliche Unfall eines Neunjährigen im Mai auf dem gleichen Gelände vorausgegangen. Die örtliche Polizei hat inzwischen reagiert. Die Aufklärung über die Gefahren auf dem Bahngelände gehört seit kurzem zum festen Bestandteil ihrer Präventionsarbeit an den Schulen der Umgebung.

15.000 Volt

Damals war der Schüler auf einen Kesselwagen geklettert. Vor den Augen von drei Freunden wurde er von einem Lichtbogen aus der Oberleitung erfasst. Der Stromschlag hatte die Wucht von 15.000 Volt. Brennend fiel der Junge vom Wagen und erlag vor Ort seinen Verletzungen. Ob es eine Mutprobe war, oder die Jugendlichen das Gelände für mögliche Graffitis überschauen wollten, ist unklar. Sicher ist nur, dass das nie wieder passieren soll. Daher ist die örtliche Polizei nun an den Schulen der Umgebung unterwegs, um eine Wiederholung der Tragödie zu verhindern. „Wir erklären den Kindern und Jugendlichen, wie gefährlich das Spielen zwischen den Waggons ist. Abgesehen davon, dass das Privatgelände ist und das Betreten unter Strafe steht“, sagt die Präventionsbeauftragte des Abschnitts 16, Lanka Arndt.

Innerhalb einer Schulstunde erklären sie im Unterricht, dass sich Strom meist den kürzesten Weg gen Boden sucht. Und da der Mensch zum Großteil aus Wasser besteht und Wasser ein guter elektrischer Leiter ist, geht der Strom mitten durch den Körper, kommt man der Oberleitung zu nahe. „Viele Kinder sind vollkommen unwissend, was das angeht. Die Lehrer und Eltern begrüßen unsere Aufklärung“, so Arndt weiter. Die führt sie, gemeinsam mit einem Kollegen, seit einigen Wochen an den Schulen in der Umgebung durch. 180 Klassen haben sich die Beamten fürs Erste vorgenommen, von der 5. bis zur 10. Klassenstufe. Danach soll es kontinuierlich mit allen neuen 5. Klassen weitergehen. „Das ist jetzt fester Bestandteil unserer Arbeit. Durch unsere vielen Schulkooperationen gingen uns die Unfälle sehr nahe“, sagt Lanka Arndt.

Schwer zu sichern

Das Bahngelände am S-Bahnhof Greifswalder Straße ist beliebt unter Sprayern und leichtsinnigen Jugendlichen. Zugänge gibt es von vielen Seiten, Zäune sind oft runtergetreten. „Es ist fast unmöglich das Gelände von allen Seiten wirklich zu sichern. Daher hilft eigentlich nur die Aufklärungsarbeit“, sagt Arndt. Der verunglückte Neunjährige, sagt sie, kann sehr wahrscheinlich bald wieder zur Schule gehen. Auch er war damals auf einen Wagen geklettert und an die Oberleitung gekommen.

Alexander Wolff / Bild: Josephine Klingner

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