Schwarzer Gürtel im Miteinander

Sport: Der Budo Club Ken Shiki in Reinickendorf gilt als Musterbeispiel für Inklusion

Hamdy Mohamed ist kein einfacher Zeitgenosse. Sagen jedenfalls die, die bereits des Öfteren mit ihm zu tun hatten. Das darf der gebürtige Ägypter, der seit 1965 Judo trainiert, durchaus als Kompliment nehmen, denn es gilt seinen Fertigkeiten im Kampfsport.

Meister der Inklusion

Die konnten jüngst bei einer Tour des Landesportbundes zum Thema „Inklusion im Sport“ begutachtet werden. Der von Mohamed 2009 gegründete Budo Club Ken Shiki in Reinickendorf war wegen seiner „beispielhaften Umsetzung des Inklusionsgedankens“ eine von drei Stationen. Mohamed selbst war mehrfach ägyptischer und sogar Afrika-Meister, bevor er nach Deutschland kam. Nun trainiert er auch über 40 sogenannte G-Judoka (G = geistige Behinderung). Sie gehören zu den 130 Mitgliedern des Clubs. Als Zauberwort im BC-Sprachgebrauch gilt „Miteinander“. Denn „draußen“ tue man sich noch schwer mit Akzeptanz und Gleichbehandlung, was ja eigentlich der Inhalt von Inklusion ist.

Anfang April veranstaltete sein Verein die erste Internationale deutsche Meisterschaft im G-Judo in Berlin, mit 130 Teilnehmern aus elf Bundesländern sowie aus Österreich, den Niederlanden und Tschechien. Hier zeigte sich auch, dass sich Mohameds Arbeit gelohnt hat. Mit vier Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen waren die Ken Shiki-G-Judoka die erfolgreichsten aller teilnehmenden Vereine. Bei der Informationstour zeigten daher mehrere der frischgebackenen Meister wie Darleen Hupenbecker, Stefanie Sikora oder Marvin Bullerjahn ihr Können. Der Vereins-Vorsitzende und -Trainer ist stolz auf das, was im Verein geleistet wird. Einstweilen betreuen bei ihm sogar behinderte Trainer nichtbehinderte Aktive.

Allerdings hat die Inklusion Grenzen, die „traurig und beschämend“ seien: „Ich darf sie nicht zu den Judo-AGs in Schulen mitnehmen, weil sie laut Gesetz nicht geschäftsfähig sind. Ist das inklusiv?“, sagt Hamdy Mohamed. Judo sei ein idealer Sport für seine Schützlinge. „Sie lernen hier anstrengen, durchhalten, ruhig bleiben, sich über Siege ausgelassen freuen und bei Niederlagen die Tränen zu trocknen. Allein dafür lohnt es sich, gegen alle Widerstände weiterzumachen“, so Mohamed.

Klaus Weise / Bild: LSB/ Jürgen Engler

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen