Eine Investition in die Zukunft

Soziales: Unternehmen übernehmen Patenschaft für Grundschulen

Mehr Chancengleichheit an Berliner Grundschulen: Dafür kämpft das Projekt „Berliner Schulpaten“. Es soll vor allem die Situation an Schulen in sozial schwachen Gebieten verbessern. Wirtschaftsunternehmen unterstützen die teilnehmenden Schulen mit Spenden und Aktionen, die den Kindern Einblicke in ihre Berufe ermöglichen. So sollen sie schon möglichst früh mit der Berufswelt vertraut gemacht werden und lernen, wie wichtig es ist, sich für eine Ausbildung zu engagieren. „Ziel ist der Aufbau einer möglichst langfristigen Partnerschaft“, erzählt Ann-Kathrin Engler, Koordinatorin des Projekts. Damit soll verhindert werden, dass aus den sozial benachteiligten Kindern von heute die Bildungsverlierer von morgen werden. Jeder Schule wird mindestens ein ehrenamtlicher „Kümmerer“ zugewiesen, der als Schnittstelle zwischen der Schule und dem Unternehmen aus dem Kiez dient.

Wachsendes Projekt

Die Berliner Schulpaten gingen 2013 an den Start, Initiator war die Handwerkskammer Berlin. Das Projekt wird aus Fördermitteln der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen finanziert. Es richtet sich ausschließlich an Schulen, an der mindestens die Hälfte der Kinder lernmittelbefreit sind. Eine davon ist die Charlie-Chaplin-Grundschule im Märkischen Viertel. Dort startet das Projekt im nächsten Schuljahr. Noch vor den Sommerferien werden Wünsche der Schüler gesammelt, diese werden dann dem Kümmerer übermittelt, erzählt Schulleiterin Annett Donath. Die Charlie-Chaplin-Grundschule ist die erste Schule im Bezirk, die bei den Schulpaten aufgenommen wurde. Interesse hat auch die Hermann-Schulz-Grundschule in Reinickendorf-West angemeldet. Es sei bisher aber noch kein Kümmerer oder Pate gefunden worden, bedauert Ann-Kathrin Engler. 14 Schulen nehmen derzeit in ganz Berlin an dem Projekt teil, das im Durchschnitt von einem Kümmerer und bis zu drei Unternehmen unterstützt wird. „Pro Jahr wollen wir sieben weitere Schulen aufnehmen“, erklärt Engler. Bei der BVV im vergangenen Monat verkündete Schulstadträtin Kathrin Schulze-Berndt, dass der Bezirk bemüht sei, weitere Reinickendorfer Unternehmen für das Projekt zu gewinnen.

Zukunft für Berlin

Auch Marlies Wanjura (CDU), ehemalige Bezirksbürgermeisterin, ist von der Förderung sozial benachteiligter Schüler überzeugt: „Berlin braucht in Zukunft dringender denn je qualifizierte Nachwuchskräfte.“ Da müsse man auch bei den unteren Schichten ansetzen. „Von der Förderung profitieren beide Seiten“, so Wanjura, „sowohl die Schüler als später auch die Unternehmen.“

Nabila Lalee / Bild: Berliner Schulpate

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