Hilfe für Handwerker von morgen

Schulpatenschaften: OSZ Konstruktionstechnik bringt Grundschülern das Schmieden näher

Die Funken sprühten, das Eisen lief heiß, Kinderaugen sahen dem Schauspiel fasziniert zu. Mit kräftigen Hammerschlägen hat die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat (SPD), die neue Schulpatenschaft zwischen dem OSZ Konstruktionstechnik und der benachbarten Otto-Wels-Grundschule in Kreuzberg symbolisch eingeläutet. In Zukunft wird das OSZ Konstruktionstechnik den Grundschülern ermöglichen, das Schmiedehandwerk spielerisch kennenzulernen.

Lernsituation verbessern

Warum das nötig ist, erklärt die Rektorin der Grundschule, Christiane Steimer-Ruthenbeck: „Unsere Kinder haben durch ihr sozioökonomisches Umfeld kaum Berührung mit Berufen, da ihre Eltern sehr häufig von staatlichen Transferleistungen leben“. 90 Prozent der Grundschüler bekommen aus ihrem familiären Umfeld nicht die notwendigen Impulse für eine erfolgreiche schulische und berufliche Laufbahn. Die Otto-Wels-Grundschule ist eine von mehr als 100 Berliner Grundschulen, die laut Definition des Berliner Senats als Schulen mit „hoher sozialer Belastung“ gelten. Die Berliner Handwerkskammer hat die Initiative „Berliner Schulpate“ Anfang 2013 initiiert und so Kooperationen wie diese möglich gemacht. Grundschulkindern sollen dabei frühzeitig Einblicke in verschiedene Berufsfelder sowie Inspirationen und Perspektiven vermittelt werden. „Wer glühenden Stahl mit Hammer und Amboss in Form bringt, entwickelt auch Selbstbewusstsein und Stolz auf die eigene Leistung. Das wollen wir den Kindern vermitteln“, sagt Thomas Pinnow, Schulleiter des OSZ Konstruktionsbautechnik. Mit dem Ansatz, langfristige Schulpatenschaften mit Akteuren aus Wirtschaft, Kultur, Institutionen und Ehrenamtlichen zu etablieren, will der „Berliner Schulpate“ dazu beitragen, die Lern- und Lehrsituation an Grundschulen mit besonderem Förderbedarf zu verbessern. Kolat: „Es sind die Begeisterung und das Interesse an bestimmten Tätigkeiten und Themen, die ein erfülltes Berufsleben erst ermöglicht. Je früher wir anfangen, Kinder spielerisch für das Lernen zu begeistern, desto eher können wir dem prognostizierten massiven Fachkräftemangel entgegensteuern.“ Der „Berliner Schulpate“ sei eine solide Basis für die Vernetzung von Grundschulen und Wirtschaft .

Verantwortung für den Kiez

Derzeit sind rund 50 Schulpaten aktiv, benötigt werden weitaus mehr. Deshalb ruft die Initiative die Berliner Wirtschaft dazu auf, sich an Grundschulen in der Nachbarschaft zu engagieren und damit einen Grundstein für die aktive Nachwuchsförderung zu legen. „Wir wollen Unternehmen dazu animieren, Verantwortung für ihren Kiez zu übernehmen“, sagt „Schulpate“-Geschäftsführer Arne Lingott. Als Schulpaten einer Grundschule können die Firmen nicht nur soziales Engagement zeigen, sondern Kinder in einem Alter begeistern und inspirieren, in dem diese besonders neugierig, aufnahmefähig und lernwillig sind. „Die Grundschüler von heute sind möglicherweise genau die Fachleute, die die Unternehmen morgen suchen werden.“

Stefan Kreidewolf / Bild: Senatsverwaltung

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