Vom Glauben und der Absurdität des Krieges

Israels einstiger Botschafter in Deutschland stellt seinen Debüt-Roman vor

Der Frankfurter Bürgersohn Ludwig kann 1914 nach Kriegsausbruch seine Einberufung kaum erwarten, obwohl der Dienst an der Front die Trennung von seiner Karoline bedeutet. Als deutscher Soldat fühlt er sich endlich voll akzeptiert und will sich für sein Vaterland auszeichnen. Bordeaux, ebenfalls 1914. Der Bäckerssohn Louis wird mit der deutschen Kriegserklärung aus einer unbeschwerten Rekrutenzeit gerissen.

Avi Primor liest vor

Avi Primor liest vor

Trotz aller Ängste schreibt er stolz seinem Vater, an der Front könne er dem französischen Volk endlich zurückzahlen, was es für ihn getan habe. Inmitten der Grauen des Ersten Weltkriegs werden die beiden jüdischen Protagonisten einander zum Schicksal werden. „Süß und ehrenvoll“ ist Avi Primors erster Roman. Der 1935 geborene Diplomat war von 1993 bis 1999 israelischer Botschafter in Deutschland. Er ist Sohn eines niederländischen Emigranten; seine Mutter ging 1932 von Frankfurt nach Tel Aviv, ihre gesamte Familie wurde während des Holocausts ermordet. Avi Primor, der heute einen trilateralen Studiengang für israelische, palästinensische und jordanische Studenten in Israel leitet, liest am 10. September, 18 Uhr, in der Konrad-Adenauer-Stiftung, Klingelhöferstraße 23, aus seinem Romandebüt.

 

www.luebbe.de

Manfred Wolf 

WEITERSAGEN