C/O Berlin eröffnet im Herbst

Furios: Auftakt am Zoo gleich mit vier verschiedenen Ausstellungen

C/O Berlin eröffnet am 30. Oktober wieder. Nach anderthalb Jahren Heimatlosigkeit ist das ehemalige Amerika-Haus in der Hardenbergstraße das neue Domizil des Ausstellungshauses für Fotografie und
visuelle Medien.

Mehr Fläche

Noch ist die Fassade verhüllt. Noch sieht es innen wie ein Rohbau aus. Dort laufen die Arbeiten auf Hochtouren: Klima- und Sicherheitstechnik, Vitrinen und Beleuchtung werden installiert, Ausstellungswände gezogen, der Bruchsteinboden wird verlegt. Wichtigstes Merkmal der Neugestaltung im Amerika-Haus ist die Einhausung des Ausstellungsraumes im Erdgeschoss. Gleich einer geschlossenen Box ist er in die frühere Bibliothek des US-amerikanischen Kultur- und Informationszentrums gesetzt. Die ursprüngliche Rippendecke aus den 50ern bleibt erhalten. Für den Raum zwischen Fensterfront zur Hardenbergstraße und Trockenbauwand haben die Planer ein Café vorgesehen. Das Foyer wird zudem von einem Buchladen bespielt. 2.300 Quadratmeter Ausstellungsfläche werden C/O Berlin am Ende zur Verfügung stehen, 20 Prozent mehr als am alten Standort, dem Postfuhramt in Mitte.

Hier soll am 30. Oktober die erste Schau eröffnen

Hier soll am 30. Oktober die erste Schau eröffnen

Für diese Arbeiten kommt das Ausstellungshaus selbst auf: 2,5 Millionen Euro sind es. Eine Million kommen aus dem Topf der Lotto-Stiftung. Dazu hat C/O Berlin noch ein zinsloses Darlehen in Höhe von 300.000 Euro erhalten. Schließlich setzt das Ausstellungshaus noch auf „Crowdfunding“, also Sponsorensuche via Internet. 100.000 Euro sollen auf diese Weise bis 10. August zusätzlich fließen. Für den Restbetrag reist Stephan Erfurt „durch die Welt“, um Geld für die private Unternehmung
zu sammeln.

Gemeinnützige Stiftung

Erfurt hatte im Jahr 2000 gemeinsam mit Marc Naroska und Ingo Pott C/O Berlin gegründet. Seither haben 950.000 Besucher die Schauen mit Werken renommierter Foto-Künstler besucht. Rekorde brachen die Annie-Leibovitz-Retrospektive und die Ausstellung des Modefotografen Peter Lindbergh. Seit vergangenem Jahr ist C/O Berlin eine gemeinnützige Stiftung. Ihr Kuratorium ist hochkarätig besetzt. Mitglieder sind neben den Gründungsvätern so bekannte Gesichter wie Berlinale-Chef Dieter Kosslik und die britische Schauspielerin
Charlotte Rampling.

An den Start geht das Ausstellungshaus gleich mit vier Schauen: „Magnum.Contact Sheets“ gibt über Kontaktbögen spannende Einblicke in die Arbeitsweise renommierter Fotografen. „Ich war verliebt in diese Stadt. Berlin in den 50er Jahren“ zeigt Arbeiten von Will NcBride. Er war der erste Fotograf, dessen Werke 1957 im Amerika-Haus ausgestellt wurden. Für „Portraits of Now“ wurden eigens Fotoautomaten konstruiert, die im Stil der großen Magnum-Fotografen ablichten. Jeder Besucher kann später sein originales Magnum-Porträt ausgedruckt oder als digitale Datei mitnehmen. Und eine vierte Ausstellung ist den Nachwuchstalenten gewidmet. Gezeigt werden Arbeiten von Luise Schröder und Hannah Petersohn.

www.co-berlin.org

Dasch (Text und Bild)

 

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