Druck auf den Senat

Bildung: Berliner Abgeordnetenhaus fordert Erhalt der Europaschule in Pankow

Inzwischen steht fest, dass der Griechisch-Zweig der Staatlichen Europaschule Berlin an der Homer-Schule keine neuen Schüler mehr aufnehmen wird. Den Protesten der Eltern und Schüler, der Gegenwehr der Bezirksverordneten in Pankow zum Trotz. Eltern, die dennoch ihr Kind in den zweisprachigen Unterricht geben wollen, schickt der Senat damit in die Athene-Schule in Lichterfelde. Egal ob sie aus Pankow, Lichtenberg oder Mitte kommen. Letzte Hoffnung für die Betroffenen ist nun das Berliner Abgeordnetenhaus. Mit einem Beschluss und einem offenen Brief an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) machen die Fraktionen geschlossen Druck.

Behalten und werben

„Das Abgeordnetenhaus hat sich fraktionsübergreifend für die Beibehaltung eines deutsch-griechisch Sprachangebots im kommenden Schuljahr an diesem Standort ausgesprochen“, heißt es im Brief, der an Senatorin Scheeres und an Pankows Bildungsstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) ging. Darin erinnern die bildungspolitischen Sprecher der Fraktionen an ihren Beschluss von Ende Juni. In diesem forderten sie die Bildungsverwaltung im Senat auf, mit Schule und Eltern gemeinsam einen Weg zu finden, den Griechisch-Zweig an der Homer-Grundschule zu halten. Und damit den einzigen Zweig der Europaschule in Pankow.

Im Beschluss ist angedacht, die 17 Erstklässler, die sich für das kommende Schuljahr auf den Griechisch-Unterricht beworben haben, in einer Schul-AG aufzunehmen. Allerdings als Regelschüler der Homer-Grundschule. Bis zum Schuljahr 2015/16 soll dann sichergestellt werden, dass es genug Bewerber für die folgenden ersten Klassen gibt und so die regulären Griechisch-Klassen der Europaschule in Prenzlauer Berg weitergeführt werden. Der Schulbetrieb des Griechisch-Zweiges würde wie in den vergangenen 20 Jahren fortgeführt. „Das soll nicht irgendwann passieren, sondern jetzt. Es kann nicht sein, dass die Eltern aus dem Norden Berlins bis nach Lichterfelde fahren müssen“, sagt Hildegard Bentele, bildungspolitische Sprecherin der Berliner CDU-Fraktion.

Großer Bedarf

Der Bedarf wäre da, argumentieren die Fraktionssprecher gemeinsam mit der Elterninitiative „Homer bleibt Grieche“. „Die Bevölkerungsprognosen für die nächsten Jahre gehen von einem starken Zuzug griechischstämmiger Familien in den Berliner Osten aus. Darauf muss der Senat reagieren“, sagt ein Sprecher der Elterninitiative. Auch die geforderte Zweizügigkeit des Griechisch-Zweiges wäre von den Schülerzahlen her erreichbar. Mit dem Kompromiss, wie ihn die Berliner Abgeordneten fordern, sind aber nicht alle Eltern zufrieden. Er bedeutet bereits ein Abrücken von der Forderung nach einer lückenlosen Fortsetzung des Griechisch-Unterrichts. „Das ist aber vermutlich die letzte Chance für die Europaschule an der Homer-Grundschule. Nun müssen wir abwarten, ob die Initiative der Fraktionen Wirkung zeigt“, sagt Bentele.

Alexander Wolff / Bild: A.W.

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