Hilfe für Wohnungslose

Soziales:  Stadtmission übernimmt Heim in Reinickendorf, weil dem Bezirk das Geld fehlt

Sie haben ihre Wohnung verloren, leben schutzlos auf der Straße. Für diese obdachlosen Menschen ist das Wohnheim der Berliner Stadtmission oft die letzte Hoffnung wieder Fuß zu fassen in unserer Gesellschaft. Der freundliche helle Bau in der Kopenhagener Straße 29 bietet derzeit 115 Plätze mit Betreuung und Beratung an. Bereits zu Jahresbeginn hatte die Stadtmission die Einrichtung übernommen. Davor gehörte es dem Bezirk, das Budget vom Senat reichte aber nicht mehr aus. Vergangene Woche wurde das Wohnheim mit den kunstvoll verzierten Fassaden und den grün gestrichenen Fluren offiziell unter seinem neuen Träger eingeweiht.

Neue Hoffnung

Das Wohnheim hilft schon seit 1992 Männern und Frauen, die von Obdachlosigkeit bedroht oder bereits betroffen sind. Leben können sie dort in Einzel- oder Doppelzimmern. Duschen und Badezimmer werden geteilt. Mehrere Werk- und Gruppenräume und eine große Gemeinschaftsküche fördern den Kontakt zwischen den Bewohnern. Das ist auch wichtig, denn teilweise leben sie bis an ihr Lebensende in den Räumlichkeiten, erzählt eine Mitarbeiterin der Berliner Stadtmission. Der überwiegende Anteil der Bewohner sind Männer aller Altersgruppen. Obwohl hier niemand einen Rausschmiss befürchten muss, wollen die meisten schnell wieder auf eigenen Beinen stehen. Und das Gefühl, endlich wieder ein Dach über dem Kopf zu haben, motiviert viele bei der Suche nach einem Job, um so eines Tages wieder in einer eigenen Wohnung zu leben.

Dringender Bedarf

Die Zahl der Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, steigt im Bezirk, sagt Sozialstadtrat Andreas Höhne (SPD). Vor allem, weil Wohnraum in Reinickendorf immer knapper wird. Ein Problem, das vor allem finanziell schwache zu spüren bekommen. Solange sich die Situation auf dem Wohnungsmarkt nicht entspannt, werden solche Einrichtungen weiterhin dringend benötigt. Der Bezirk will auch in Zukunft eng mit dem Träger des Wohnheims kooperieren. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Berliner Stadtmission und bin mir sicher, dass sie den dort untergebrachten wohnungslosen Menschen die jeweilige Hilfe und Unterstützung anbieten wird“, so der Sozialstadtrat. Die Berliner Stadtmission möchte das Haus in der Kopenhagener Straße noch ausbauen, um fünf weitere Plätze für notleidende Menschen zu schaffen.

Nabila Lalee / Bild: Berliner Stadtmission

WEITERSAGEN