Pop Art am Parkdeck

Straßenbild: Kinder und Künstler gestalteten die Wände im Falkenhagener Feld

Aus grau mach bunt: Gemeinsam mit internationalen Streetart-Künstlern gestalteten Kinder die Wände des Parkdecks gegenüber der Kiezstube im Falkenhagener Feld West, Kraepelinweg 3. Gewobag-Kooperationspartner Urban Nation und die Künstler James Bullough, Christian Rothenhagen aka deerBLN und Yasha Young entwickelten mit den Kids aus der Nachbarschaft Gestaltungsideen und setzten sie vor Ort gleich um.

Kinder einbeziehen

Jeder Künstler gestaltete mit seiner Gruppe einen der drei Wandabschnitte. Die Kinder und Jugendlichen wurden altersgerecht in drei Gruppen aufgeteilt und von jeweils einem der Streetart-Künstler betreut. „Unser Ziel ist zum einen, die derzeit wenig ansprechenden Wandflächen am Kraepelinweg attraktiv zu gestalten. Dabei möchten wir die Kids aus der Umgebung von Anfang an miteinbeziehen. Es ist ihre Kiezstube, ihre Anlaufstelle. Hier wohnen sie und hier können sie nun ein Stück weit ihre Umgebung mitgestalten. Das Ergebnis macht sie stolz und steigert das Wir-Gefühl vor Ort: Streetart und Nachbarschaftskommunikation lassen sich wunderbar verbinden,“ erklärt Yasha Young, die Verantwortliche von Urban Nation. Der zweitägige Workshop vermittelte grundlegende Techniken der bei den Jugendlichen populären Kunstform Streetart. Von der Idee zur Skizze bis hin zu Grafittitechniken lernten sie, was für den Einstieg in die Streetart-Welt notwendig ist. Unter professioneller Anleitung übten sie das Schneiden von Schablonen, erlernten den Umgang mit Sprühfarben und setzten ihre künstlerischen Entwürfe an den Wänden im Außenbereich der Kiezstube in die Realität um. Auch die ganz Kleinen konnten mitmachen: Mit großen Farb-rollen sorgten sie für die Grundierung.

Es kommt immer anders

„Der besondere Moment ist für mich, wenn die Kids Vertrauen haben. Dann heißt es ‚High Five’, wenn wir etwas geschafft haben. Und dann helfen sie mir auch zum Schluss beim Aufräumen. Arbeit mit Kindern ist natürlich auch anstrengend. Man kann nichts vorplanen: Es kommt immer anders, als man denkt,“ erklärt Christian Rothenhagen.

Kerstin Kirsch, Geschäftsführerin der Gewobag MB Mieterberatungsgesellschaft ist sehr gespannt, wie das Kunstwerk bei den Nachbarn ankommt. „Unsere künstlerische Ferien­aktion ist deutlich mehr als eine Verschönerung des Quartiers. Kinder und Jugendliche lernen ihre Kreativität zu entdecken und zu schulen. Sie lernen auch Verantwortung für ihre Umgebung zu übernehmen und im Team zu arbeiten. Durch Streetart können wir sie in das Stadtgeschehen und in die Entwicklung ihres Quartiers aktiv einbinden.“ Die beiden Tage sind mit großer Begeisterung angenommen worden. Es waren 25 Kinder zwischen drei und 17 Jahren aktiv. Die Gewobag denkt gerade über eine Fortsetzung nach – graue Wände gibt’s ja noch genug.

Anke Walter / Bild: Tina Merkau

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