Bahn auf leisen Sohlen

Verkehrsbetriebe: Langhansstraße bekommt leisere Gleise, Rennbahnstraße neue Haltestellen

Der Lärm schlängelt sich wie ein Fluss durch Weißensee. An der Hansastraße geht es mit Autos los, über die Buschallee auf die Berliner Allee mit ihren Straßenbahnen und weiter die Langhansstraße runter, wo sich die Blechlawine durch dichte Wohnbebauung wälzt. Im Lärmaktionsplan des Senats sind die Straßen mit höchstem oder hohem Handlungsbedarf ausgewiesen. Nur, was genau ist eigentlich seit der Erhebung vor einigen Jahren geschehen? Das wollte der fraktionslose Abgeordnete Dirk Stettner vom Verkehrssenat wissen.

Neue Gleise

Erfreulich besonders für die leidgeplagten Anwohner an der Langhansstraße ist der Austausch der alten Rahmengleise durch das sogenannte Neue Berliner Straßenbahngleis. Im November sollen die Gleise rund um die Kreuzung Heinersdorfer Straße mit den lärmgedämpften Schienen ausgerüstet werden. Die elastische Ummantelung der neuen Schienen macht hier den Unterschied. 2011 wurde bereits der Abschnitt zwischen Roelcke- und Behaimstraße auf ohrenschonend umgerüstet. „Je nach Verschleißzuständen werden dann im Zweijahrestakt und mit jeweils circa vier Wochen Straßenbahnsperrpause die weiteren Segmente umgebaut“, teilte ein BVG-Sprecher auf Anfrage mit. Bis 2022, so das Ziel der Verkehrsbetriebe, sollen alle Gleise in der Langhansstraße umgerüstet und sämtliche Haltestellen behindertenfreundlich umgebaut sein.

Schon 2012 wurde der Verkehr auf der wichtigen Verbindungsstraße durchweg auf Tempo 30 gedrosselt. Auch die Straßenbahnen haben sich daran zu halten. Lärmbeschwerden von Anwohnern habe es seitdem nicht mehr gegeben, schreibt der Senat in seiner Antwort. Auf der Berliner Allee wurde immerhin für die Nachtstunden zwischen 22 und 6 Uhr von Lindenallee bis Rennbahnstraße Tempo 30 angeordnet. Zudem berichtet Staatssekretär Christian Gäbler in seiner Antwort von Plänen für eine Umgestaltung der Kreuzung Rennbahnstraße. Auf Nachfrage teilt die BVG mit, dass ab 2015 die 30 Jahre alten Straßenbahnanlagen in der Rennbahnstraße und die Gleisschleife Pasedagplatz bis zur Berliner Allee grundhaft instandgesetzt werden soll. Weniger lärmende Gleise dürfte es dann bald auch hier geben. Zudem werden die Haltestellen in dem Gebiet barrierefrei umgebaut.

Nicht bewilligt

Was den Umbau der nördlichen Berliner Allee angeht, da konnte auch Gaebler nichts Neues vermelden. Wegen der gefährlichen Verkehrsmischung aus Autos, Straßenbahnen und Radfahrern steht der Umbau der Bundesstraße 2 seit Jahren zur Diskussion. Und nicht zuletzt wegen des Lärms. Seit vergangenem Jahr ist das Vorhaben auch in die Investitionsplanung des Bezirks aufgenommen. Das Land Berlin, so Gaebler, versuche die nötigen Gelder zu beschaffen. Sicher sei das aber noch nicht. Dafür haben die Anwohner auf der Buschallee Grund zur Hoffnung. Laut Senat werde derzeit ein nächtliches Tempolimit zwischen Hansastraße und Berliner Allee geprüft.

Alexander Wolff

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