Schlafplatz gesucht

Aufruf: Im Winter fehlen laut Berliner Kältehilfe Übernachtungsmöglichkeiten

Lange dauert es nicht mehr bis die nassen und kalten Nächte die Stadt wieder fest im Griff haben. Im Bett ist‘s dann besonders nett – wohl dem der eines hat. Für Obdachlose ist ein eigenes Bett jedenfalls Luxus. Der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten für solche Menschen in Berlin ist steigend. Bereits zum Ende Juli 2014 mussten in Tempelhof-Schöneberg so viele Wohnungslose untergebracht werden, wie im ganzen Jahr 2013. Bisher gibt es hier nur eine Kirchengemeinde, die regelmäßig 15 Schlafplätze zur nächtlichen Unterkunftsversorgung in einer sonst nicht genutzten Souterrainwohnung anbietet. Das Amt für Soziales sucht daher Bündnispartner zum Ausbau des örtlichen Kältehilfeangebotes im Bezirk.

Viele Flüchtlinge

„Es herrscht überall großer Druck und es gibt so gut wie keine freien Plätze mehr,“ erklärt Bezirksstadträtin Sibyll Klotz. „Die Bedarfsplanung des Senats ist aus der zweiten Hälfte der 90er Jahre, seitdem hat sich viel geändert,“ führt sie aus. „Flüchtlinge kommen in die Stadt, die Menschen aus den EU-Beitrittsländern müssen untergebracht werden und Familien, die der Armut in ihrem Land entflohen sind ebenso. Der Senat hat sich in den vergangenen Jahren einfach zu weit zurückgelehnt“.

Dringliche Suche

Der Bezirk sucht deshalb dringend Hilfe und spricht soziale Organisationen, Kirchengemeinden und Verbände an, die sich eine Mitarbeit bei der Kältehilfe in Tempelhof-Schöneberg vorstellen können. Benötigt werden Übernachtungsplätze mit einfachsten Schlafmöglichkeiten, geeignete Sanitäranlagen und engagierte Mitarbeiter zur Betreuung und Verpflegung der Obdachlosen, die entweder selbst die Angebote aufsuchen oder vom Kältebus zu den Einrichtungen gebracht werden. Die Räumlichkeiten müssen dabei nicht groß sein. Auch kleinere Einrichtungen sind hilfreich. „Bitte melden Sie sich, auch wenn Sie ,nur‘ Räume oder ,nur‘ ehrenamtliche Mitarbeiter anbieten können. Der Bezirk hilft bei der Koordination,“ bittet Sibyll Klotz.

Finanzielle Hilfe

Bei den Angeboten der „Berliner Kältehilfe“ handelt es sich um landesweite Einrichtungen von Nachtcafés oder für Notübernachtungen, die in der Regel von Trägern der Berliner Obdachlosenarbeit, von Kirchengemeinden und sonstigen karitativen Organisationen in der Wintersaison von November bis zum März betrieben werden und in den jeweiligen Nachtzeiten geöffnet haben. „Das Land Berlin hat bisher einen Schlafplatz je Nacht unabhängig von der Nutzung mit 15 Euro gefördert. Diese Förderung ist auch für den kommenden Winter geplant. Das ist nicht kostendeckend, aber wenigstens etwas“, sagt Klotz.

Anke Walter / Bild: Imago

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärung zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du dich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu deiner Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Genauere Informationen kannst du unserer Datenschutzerklärung entnehmen.

Schließen