Theater möchte nach Lichtenberg

Umzug: Die Turnhalle an der zukünftigen Jugendherberge am Ostkreuz soll neues Stammhaus werden

Seit der Gründung 1987 hat sich das Theater Strahl in Berlin einen Namen als anspruchsvolles Jugendtheater gemacht. „Bei uns gibt es ausschließlich professionelle Schauspieler, Kostümbildner und Bühnenbildner.“, berichtet Theaterleiter Wolfgang Stüßel und ergänzt, „der Begriff Jugendtheater rührt daher, dass wir Stücke für Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln.“ Der Ursprung dieser Idee lag bei den sogenannten Lückekindern, die ab dem 13.Lebensjahr zu alt für die Kitagruppe waren, für die es jedoch kaum Freizeitangebote gab. Das Theater Strahl entwickelte spezielle Stücke, die das Interesse der Jugendlichen in diesem Alter widerspiegelten. Ängste, Wünsche und besondere Fähigkeiten wurden dazu thematisch verarbeitet. Inzwischen gibt es auch klassische Stücke wie „Romeo und Julia“ es in der modernen Interpretation im Repertoire, die von Theaterpädagogen gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt werden.

Theaterbegeisterte Jugendliche können hier Stücke mit gestalten oder einfach mehr über Theater in Workshops und öffentlichen Proben erfahren. Noch mehr Nähe zum Publikum schaffen zudem interaktive Theaterstücke, in denen die jungen Zuschauer die Möglichkeit bekommen, direkt in das Geschehen mit einzugreifen und das Stück zu beeinflussen.  Seit 20 Jahren ist die „Weiße Rose“ am Schöneberger Wartburgplatz das Stammhaus des Theaters. Durch die jüngste Entwicklung mit wachsendem Zuschauerzuspruch bekommen die Theatermacher inzwischen ein echtes Platzproblem. „Mittlerweile spielen wir auch im Admiralspalast, sind aber seit Jahren auf der Suche nach einem eigenen Haus. Immerhin haben wir jährlich 35.000 Zuschauer in unseren Aufführungen“, erzählt Stüßel, „Wir sind über ganz Berlin verteilt und das verwirrt natürlich die Zuschauer. Unser Ziel ist es, einen Ort zu finden, an dem wir Büro und Bühne an einem Ort haben“ Die Wunschoption des Theaters ist die Halle am Ostkreuz. Dort wo bald die riesige Jugendherberge in dem alten Haus am ehemaligen Hochschulgebäude in der Hauptstraße entstehen soll, gibt es ein altes Turnhallengebäude mit zwei Sälen, die für diesen Zweck ideal nutzbar wären. Und auch genügend Platz für Büro und Wirtschaftsräume wäre vorhanden. „Wir haben dort bereits unser Tanztheater aufgeführt. Dafür haben wir eine Ausnahmegenehmigung erhalten. Sollten wir dort einen festen Platz bekommen, müssten wir jedoch auch gemäß der Brandschutzbestimmungen umbauen.“

Und dazu fehlt noch Geld. Momentan kümmert sich das Team um die Finanzierung ihres Projektes. Neben der Unterstützung aus Fonds vom Kultur- und Bildungssenat hoffen die Theatermacher nun auf Berücksichtigung für die Mittel aus der Berliner Lottostiftung. Trotz noch ausstehender Bescheide zeigt sich Stüßel aber zuversichtlich: „Wir planen mit dem Standort seit drei Jahren und glauben auch an ihn. Für diesen Traum müssen wir jetzt auch am Ball bleiben.“

Samantha Redmer / Bild: Joerg Metzner

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