Hochhäuser im Fokus

Ausstellung in der Caritas-Galerie

Siedlungskomplexe, die oft mit sozialer Schwäche und Tristesse verbunden werden, sind zurzeit ein häufig zu findendes Motiv in der zeitgenössischen Fotografie. Die beiden Fotografinnen Christine Hohmann-Lopez und Sandra Ratkovic begannen ein „Siedlungs-Projekt“, das anders sein sollte und wählten dafür einen Ort, mit dem sie beide durch unmittelbare Wohnnähe verbunden sind: Den Ernst-Thälmann-Park in Prenzlauer Berg. Das Ergebnis des Projekts stellen die beiden Künstlerinnen noch bis zum 7. November der Öffentlichkeit vor. Unter dem Titel „Insel ohne Mitte“ wird die Fotoserie in der Caritas-Galerie, Residenzstraße 90, gezeigt. Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Neue Sichtweise

Die Bilder der Serie „Insel ohne Mitte“ gehen bewusst gegen die Vorstellungen an, die Wohnsiedlungen mit moderaten Mietpreisen anhaften: Soziale Brennpunkte, Trostlosigkeit, Verwahrlosung und Ödnis. Für die beiden Künstlerinnen ist der Ernst-Thälmann-Park vielmehr eine regelrechte Insel in Prenzlauer Berg, nicht zuletzt dank der naturnahen Gestaltung, der geringen Bevölkerungsdichte und der angenehmen Wohnatmosphäre. Mit einer großen Pflanzenvielfalt und einem künstlich angelegten Teich, der sogar ein offizielles Amphibienschutzgebiet ist, stellt der Ernst-Thälmann-Park eine Oase inmitten Berlins dar.

Der Ernst-Thälmann-Park, der von 1983 bis 1986 als integrative Wohnanlage und DDR-Vorzeige-Objekt gebaut wurde, liegt zwischen Prenzlauer Allee, Danziger und Greifswalder Straße. Zur heute denkmalgeschützten Plattenbausiedlung gehören auch ein Schwimmbad, ein Theater und ein Planetarium.

mw / Bild: Christine Hohmann-Lopez/ Sandra Ratkovic

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