Kunst lädt Kinder zum Mitmachen ein

Pyramide: Alle Kreativformen sind gefragt, um bei dieser Ausstellung dabei zu sein

Seit drei Wochen herrscht in der Hellersdorfer Pyramide emsiges Treiben. Tagtäglich kommen und gehen junge Leute, um zu zeichnen, Netze zu knüpfen, Hochhausfassaden zu entwerfen, Klangskulpturen aufzubauen, meterlange Pappröhren zu bemalen und vieles andere mehr. Schon von Weitem ist zu erkennen: In der Ausstellung-Pyramide an der Riesaer Straße kündigen sich ungewöhnliche Dinge an.

Komplexes Thema

Und richtig: Unter der fachkundigen Anleitung des Künstlers Berbo Thierfelder lassen Jugendliche gemeinsam neue, sinnlich anregende Räume im Raum entstehen. Es gibt Schatzkammern im Dunklen, Mosaiken im Hellen und alles ist verknüpft und vernetzt mit dicken weißen Papp-Rohren, die die Jugendlichen mit eigenen Logos, Texten und Graffitti-Tags versehen. „Der Ausstellungstitel „flügel und Anker“ umschreibt den Prozess des Erwachsenwerdens, den die Jugendlichen in dieser Phase ihres Lebens erleben“, erläutert Carolina Winkler die Kernaussage des Projektes, zu dem Schüler umliegender Schulen im Alter von 13 bis 18 Jahren ihre Ideen eingebracht haben.

Im Werden

MA_03_2Trotzdem die Ausstellung seit dem vergangenen Donnerstag geöffnet ist, ist sie damit nicht ein für alle Mal fertig. Auch während der Ausstellungszeit sind junge Menschen dazu eingeladen, sich hier weiter künstlerisch auszuprobieren, um die Ausstellung auch in den kommenden Wochen Stück für Stück wachsen zu lassen. Moderiert wird das Kunsttreiben auch in den nächsten Wochen vom gemeinnützigen Verein THAT.NET, einer Gruppe von professionellen Künstlern, die sich neben ihrer eigenständigen künstlerischen Arbeit auch für Belange kultureller Bildung, insbesondere in „sozialen Brennpunkten“ einsetzt und unterschiedliche Kunstformen, wie Theater, Musik, bildende Kunst mit ihrer besonderen Vorliebe für Zwischenräume und Grenzbereiche nutzt. Für das Projekt und die Ausstellung „flügel & anker“ geht es dabei nicht zuletzt auch um die Verbesserung der kulturellen Teilhabe und der Lebensqualität von Menschen mit Behinderung und von Menschen mit sozialen Schwierigkeiten.

„Die Kunst wird vom Sockel auf die Erde geholt und verleiht gleichzeitig den beteiligten jungen Leuten Flügel“, beschreibt Projektinitiator Berbo Thierfelder den künstlerisch kreativen Prozess, den das Projekt verfolgen soll. Die Grundlagen dafür wurden bereits im Atelier des Künstlers in der Hellersdorfer Promenade 25 und in anderen Einrichtungen aus dem Kiez, wie dem Bunten Haus oder dem Mädchenclub Hella gelegt. Die dort entstandenen Mosaiken sind nun Bestandteile des Spiegelkabinetts in der sogenannten Schatzkammer und zieren jetzt einen Raum mit papierenen Luftschiffen in der Spitze der Pyramide.

Weitere Räume. In der kommenden Woche wird im Untergeschoss der Pyramide unter Anleitung der Künstlerin Birgit Schöne ein weiterer Ausstellungsraum unter dem Motto „unterwandern“ entstehen. Kinder und Jugendliche, die sich beteiligen wollen, sind eingeladen, sich in der Pyramide zu melden. Bis zum Ende der Ausstellung am 30. Januar sollen dort weitere künstlerisch kreative Workshops und Angebote für Kinder und Jugendliche umgesetzt werden.
Als Sahnehäubchen gibt es in der Ausstellung schließlich noch die bekannten Klanginstallationen von Berbo Thierfelder zu sehen und zu hören, die er aus ganz gewöhnlichen Alltagsgegenständen zusammen gefügt hat und die ihn so bekannt gemacht haben.

www.ausstellungszentrumpyramide.de

ylla / Bild: Berbo Thierfelder

WEITERSAGEN