Gasometer für Millionen saniert

Stadtentwicklung: Neuer Investor für historisches Kulturdenkmal an der Lankwitzer Straße

Die Idee, alte Gasometer aufzukaufen und beispielsweise als Veranstaltungsort zu nutzen, ist ja nicht neu. Aber das Ergebnis nach den umfangreichen Sanierungen ist immer wieder verblüffend – der Schöneberger Gasometer in der Torgauer Straße ist ein gelungenes Beispiel dafür. Durch die ARD-Talkshow mit Günter Jauch ist er eine bundesweite Berühmtheit geworden. Jetzt hat der nächste Gasometer seinen Besitzer gewechselt. Nach gründlicher Renovierung hat die Gasag den Mariendorfer Gasometer an der Lankwitzer Straße, als letztes Teilstück des ehemaligen Gaswerkes, an die BMDF Investorengruppe übergeben.

Unter Denkmalschutz

Dem Gasbehälter, der knapp 110.000 Kubikmeter Stadtgas fasste, sind seine insgesamt 112 Lebensjahre nach den Sanierungsarbeiten nicht mehr anzusehen. Dafür hat die Gasag über drei Millionen Euro ausgegeben und ist dem Wunsch des Bezirks, der sich für die Erhaltung des historischen Bauwerkes aussprach, nachgekommen. „Heute sehen wir den komplett sanierten Gasometer und es zeigt sich, dass Denkmalschutz einen wichtigen unverzichtbaren Beitrag zum Erhalt unserer Kulturgüter leistet. Wir sind stolz auf unseren Gasometer als wichtiges Kulturerbe. Wir freuen uns über die gelungene Sanierung. Das eröffnet neue Potenziale für das Areal und das ist auch für den Bezirk gut“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD). Ein Teil der ehemaligen Gaswerk-Hallen werden in den kommenden Jahren als Brauereistandort eines amerikanischen Investors genutzt. Die Nutzungsform des neu sanierten Gasometers sei noch offen, so Klaas Vollbrecht, Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft BMDF Gewerbepark Berlin-Mariendorf. „Wir freuen uns über die vorfristig abgeschlossene Instandsetzung des Behältergerüstes. Nun werden Ideen für eine interessante Nachnutzung entwickelt.“

Symbolische Bedeutung

Der Gasometer hat eine symbolische Bedeutung, er steht stellvertretend für die Geschichte des gesamten ehemaligen Gaswerksgeländes, auf dem Kohle in Stadtgas umgewandelt wurde.

1901 von der britischen Imperial Continental Gas Association (ICGA) in Betrieb genommen, übernahm 1918 die Deutsche Gasgesellschaft AG, aus der später die Gasag wurde, das Gaswerk. Nach der Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges wurde es bis Ende der 50er Jahre neu aufgebaut und erweitert. Es entstand eine der für damalige Verhältnisse modernsten Gasanlagen Europas, die erst 1996 aufgrund der vollständigen Umstellung Berlins von Stadt- auf Erdgas stillgelegt wurde. 2013 verkaufte die Gasag das Gelände an die BMDF Investorengruppe.„Mit der Übergabe werden die Weichen für eine Nachnutzung auf diesem Gelände gestellt. Wir wünschen dem neuen Eigentümer viel Erfolg. Was aus Altem neu entstehen kann, sieht man gleich nebenan: Hier produziert die Gasag mit der größten Photovoltaik-Freiflächenanlage Berlins circa 1,85 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom jährlich“, erklärt Stefan Grützmacher, Vorstandsvorsitzender der Gasag.

Bild: Dörte Krömer (Fachbereich Denkmalschutz), Stefan Grützmacher (GASAG), Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler, Klaas Vollbrecht (BMDF Gewerbepark Berlin-Mariendorf) und Stadträtin Dr. Sibyll Klotz (v.l.) 
Anke Walter / Bild: GASAG

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