Gute Nachrichten zum 90. Geburtstag

Jubiläum: Komödie am Kurfürstendamm darf auf ihre Rettung hoffen

„Alles gelingt. Ein heller, lachender Abend“, schrieb am 3. November 1924 die B.Z. am Mittag über die Eröffnungspremiere von Goldonis „Diener zweier Herren“ in der Komödie am Kurfürstendamm, die am 1.November 90 Jahre alt wird. Zur ersten Premiere kam die créme de la créme Berlins, angeführt von Reichskanzler Wilhelm Marx und Außenminister Stresemann. Gefeiert wird am 19. November mit einer Jubiläumsgala zur Wiederaufnahme von „Eine Sommernacht“. „Tanja Wedhorn und Oliver Mommsen (großes Foto) sind Schauspieler, deren Gesichter man mit der Komödie am Kurfürstendamm verbindet. Das ist wichtig für uns und macht mich froh. Zudem sind wir für Folke Brabands Inszenierung mit dem Monica-Bleibtreu-Preis ausgezeichnet worden. Darauf bin ich sehr stolz“, äußert sich Theaterchef Martin Woelffer. In der Jubiläumsspielzeit zeigt die Komödie am Kurfürstendamm aktuell „Anderthalb Stunden zu spät“ mit den Publikumslieblingen Herbert Herrmann und Nora von Collande, gefolgt von „Eine Sommernacht“. Danach gastiert noch einmal Katharina Thalbach mit „Roter Hahn im Biberpelz“. Das Jahr 2015 eröffnen Valerie Niehaus und Stefan Jürgens mit „Zwei wie wir“, danach zeigt die Komödie Jordi Galcerans „Der Kredit“ mit unter anderem Markus Majowski. Ebenfalls geplant ist „Mittendrin“, eine Komödie von Folke Braband mit Andreas Schmidt, Manon Straché, Maike Bollow und Adisat Semenitsch. Im Sommer 2015 ist Jochen Busse mit der Komödie „Der Kurschattenmann“ zu Gast. Pünktlich zur Jubiläumsgala erscheint auch die Broschüre zur Aktion „90 Jahre – 90 Gesichter“. Dafür fotografierte Michael Petersohn 90 Menschen zwischen drei und 95 Jahren, die ihre ganz eigenen Beziehungen zur Komödie am Kurfüstendamm haben. Und auch weiterhin haben werden. Denn wie aus informierten Kreisen zu erfahren ist, steht das Ku`damm-Karree kurz vor dem Verkauf, so dass die Pläne des Noch-Investors Ballymore möglicherweise obsolet wären. Der hatte geplant, Theater und Komödie abzureißen und ein neues Theater zu bauen. Die neuen Besitzer sollen der Erhalt der Komödie planen. Damit, so Martin Woelfer, habe sich der Kampf um den Standort gelohnt. Und fügte hinzu: „Wir bleiben!“

M. Wolf / Bilder: Th. Grünholz, Archiv Komödie

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