Wasserbüffel als Rasenmäher

Umwelt: Tiere sind im Tegeler Fließ wertvolle Landschaftspfleger

Spaziergänger am Tegeler Fließ können bald Wasserbüffel in freier Natur erleben. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Touristenattraktion, sondern die Tiere sind nichts anderes als lebende Rasenmäher und sollen für eine kostengünstige und natürliche Landschaftspflege der Wiesenflächen rund um das Gewässer sorgen. „Das Tegeler Fließ ist Teil des europaweiten Schutzgebietsnetzwerkes Natura 2000, das dem Schutz gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und ihrer Lebensräume dient“, erklärt Baustadtrat Martin Lambert (CDU). Um diese Lebensräume in einem guten Zustand zu halten, will das Bezirksamt die Büffel als Helfer einsetzen.

Die großen Pflanzenfresser sind robust und anspruchslos und hervorragend für die Haltung auf sumpfigen Flächen geeignet. Denn im Gegensatz zu Rindern scheuen Wasserbüffel keine Nässe, sie baden gerne und grasen Uferbereiche frei. Und bei ihrer Nahrungsaufnahme sind sie weitaus weniger wählerisch als Rinder. Sogar Schilf mampfen die Büffel. Außerdem sind die großen Tiere für ihre Gutmütigkeit bekannt. Auch eine Belästigung durch Lärm und Gestank sei nicht zu befürchten, wie das Bezirksamt mitteilte. Und so exotisch, wie die Tiere den meisten anmuten mögen, sind sie eigentlich gar nicht. Denn Wasserbüffel waren bis zur letzten Eiszeit in Europa heimisch. Seit einigen Jahren werden sie immer häufiger zur Beweidung hochwertiger Naturschutzflächen, wie zum Beispiel Nationalparks, genutzt.

Nachdem die rund 19 Hektar große Fläche zwischen den Niedermoorwiesen nördlich und südlich der Egidybrücke eingezäunt wird, werden dort dann ab Frühjahr 2015 fünf Büffel zu bestaunen sein. Finanziert wird das Projekt zum Teil über Europäische Fördermittel. Die Pflege der Tiere übernimmt ein Landwirt. Bürger können sich am 3. November um 18 Uhr in der Jugendherberge Hermsdorf, Hermsdorfer Damm 48-50, über weitere Details informieren.

Nabila Lalee / Bild: Wolfgang Stürzbecher

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