Urbane Mitte für alle

Stadtentwicklung: Am Gleisdreieck soll eine Brache bebaut werden – Vorschläge erwünscht

Wohnungen, Wiesen, Wege. Und Spiel- und Bolzplätze. Was auf dem Ex-Bahngelände am Gleisdreieck entstanden ist, kann sich sehen lassen – bis auf ein Gebiet von rund 40.000 Quadratmetern südlich des Debis-Parkhauses, am U-Bahnhof Gleisdreieck, neben der künftigen S-Bahnlinie S21. Dort befindet sich eine Brache, die auch bebaut werden soll, „Urbane Mitte“ wird das Vorhaben genannt. Aber womit soll es bebaut werden? Bürger, Nutzer, Experten sind gefragt.

Keine Wohnungen

Eigentümer des Geländes ist Dr. Markus Vogel, Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Dr. Markus Vogel GmbH. „Wohnungen können an der Stelle nicht gebaut werden, weil es definitiv viel zu laut ist“, sagt er. „Wir wollen die Bürger gern integrieren und deren Vorschläge und Ideen hören, um hier etwas Kulturelles zu schaffen oder Büros oder Werkstätten für Künstler – das ist die Richtung.“ Alle Verfahrensregeln würden natürlich eingehalten, versichert er und alles geschehe mit der Zustimmung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg. Was genau gebaut wird, soll jetzt ein sogenanntes Werkstattverfahren zeigen. Das bedeutet, nicht Architekten machen die ersten Vorschläge, sondern Experten und Laien. Zu den Experten gehören unter anderem das Bezirksamt, das Technik-Museum, der Parkbetreiber Grün Berlin, Nutzergruppen aus dem Park, Berliner Verkehrsbetriebe, Wirtschaftsvertreter und andere. Von November bis Februar 2015 finden dafür Fachkolloquien und Bürgerdialoge statt. Stadtplaner nehmen die Anregungen auf und stellen sie beim nächsten Treffen vor. „Das Werkstattverfahren hilft, alle an einen Tisch zu holen“, bestätigt Dr. Vogel.

Ein Plan für neue Gebäude am Gleisdreieck soll bis März konkretisiert sein. „Gebaut wird auf jeden Fall – das ist auch politisch völlig klar und das erlaubt auch der Rahmenvertrag. Es wird keinen Park dort geben. Wir dürfen sogar sehr dicht bauen. Aber was ist sinnvoll? Dafür brauchen wird die Bürgermeinung. Wir möchten einen Konsens erreichen und den städtebaulichen Wettbewerb eröffnen“, erklärt der Unternehmensberater. „Einen Kompromiss gibt es immer“, meint er.

Fertigstellung dauert noch

Bauvorhaben spalten die Menschen meistens in mehrere Lager, so seine Erfahrung. Wenn die verschiedenen Vorstellungen berücksichtigt werden, sei Beifall sicher. Das Vorgehen Werkstattverfahren wird sogar von Kritikern wie Carsten Joost von der Piraten-Partei in der BVV und Mitbegründer von „Mediaspree versenken“ unterstützt. Für holländische Projektentwickler ist es nicht ungewöhnlich, sich zuerst mit allen Interessenten zusammenzusetzen, und ihre Ideen zu sammeln. „Das habe ich übernommen und ich denke, es ist ein gutes Vorgehen“, sagt Dr. Vogel. Aber die Mühlen mahlen langsam. Bis auch gesetzlich alles unter Dach und Fach ist, wird es bis zur Fertigstellung des Bauprojekts allerdings noch voraussichtlich bis 2020 dauern. Aber eines ist jetzt schon sicher: Das Gelände hat jedenfalls eine super Verkehrsanbindung.

Anke Walter / Bild: Stefan Bartylla

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