Nato-Draht trennt wieder Mitte und Pankow

Nasses Dreieck: Nach 25 Jahren Mauerfall und weit über 1.000 Unterschriften

Die Bilder von den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer gingen um die Welt. Doch im Norden endete die Ballonkette an der Bösebrücke (Bornholmer Straße). Dies war kein Zufall, denn nur 500 Meter weiter ist der ehemalige Mauerverlauf wieder durch NATO-Stacheldraht verbarrikadiert und zwingt die Anwohner in Wedding, Pankow und Prenzlauer Berg zu Umwegen.  Das Bürgernetzwerk „Grünzüge für Berlin“ fordert daher vom Bezirksamt und der Bahn, Versprechungen endlich Taten folgen zu lassen. „Das ist eine regelrechte Posse, die sich hier abspielt“, so Antje Henning von Grünzüge für Berlin. „Wir haben weit über 1000 Anwohnerunterschriften gesammelt,  haben für Poller gesorgt, einen BVV-Beschluss, sogar Anwohnende, die Müll sammeln würden.“ Stefan Werner, Sprecher des Bürgernetzwerkes am Nassen Dreieck, ergänzt: „Es handelt sich hier um 100 Meter Durchwegung, für die der Bezirk bloß die Verantwortung übernehmen müsste. Hier mangelt es schlicht am politischen Willen.“ Den Schuh will sich Pankows Stadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner aber nicht anziehen: „Die Poller erwiesen sich nicht als nachhaltige Lösung. Ich bin für die Idee der Öffnung.“ Er werde aber nicht als Buhmann herhalten und organisiere sich keine illegale Müllhalde. Weil Beleuchtung, Eigentumsfrage und Nutzung immer noch nicht geklärt sind, macht es Kirchner kurz: „Es dauert noch!“

Michael Hielscher

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