Hilfe zur Selbsthilfe statt wegwerfen

Soziales: Im Repair Café im Lettekiez können kaputte Geräte repariert werden

Der Begriff Wegwerfen ist im Repair Café in der Müllerstraße 56–58 ein Fremdwort. Auch wenn Radio, Toaster oder Bügeleisen nicht mehr richtig funktionieren, landen sie hier nicht sofort auf dem Müll. Selbst Kleidungsstücke mit kleinen Löchern oder kaputtem Reißverschluss werden wieder instand gesetzt. Der kostenlose Reparatur-Service findet jeden ersten Donnerstag, von 15 bis 18 Uhr unter Anleitung von fachkundigen und ehrenamtlichen Mitarbeitern statt.

Mehr als ein Service

Das Projekt im Lettekiez wird von der Kultur-Einrichtung Die Wille gGmbH organisiert und aus Spenden finanziert. Es soll ein Zeichen gegen unsere heutige Wegwerfkultur gesetzt und Leuten die Scheu davor genommen werden, bei kaputten Geräten einfach mal selbst Hand anzulegen. Fünf Ehrenamtliche helfen den Besuchern dabei, das Ladegerät wieder herzustellen oder den Riss im Kleid zu flicken. Auch Werkzeug und Nähmaschinen stehen bereit. „Unsere Besucher sind oft überrascht, wie schnell und einfach das Reparieren sein kann“, erzählt Projektkoordinatorin Birgit Dörr. So ging es auch Sarah (24) aus Wedding, die ein kaputtes Radio ihrer Wohngemeinschaft mitgebracht hatte. Vom Repair Café hatte sie aus der Zeitung erfahren. „Das Reparieren hat mir richtig Spaß gemacht. Ich komme gerne wieder“, sagt Sarah. Doch es geht nicht allein ums Reparieren, sondern um die Begegnung mit Menschen. „Viele kommen, weil sie sich beim Tüfteln und Schrauben gerne austauschen und sich so gegenseitig helfen können“, sagt Birgit Dörr. Das Repair Café ist vor allem bei älteren Menschen im Kiez beliebt, die an einem alten Gerät hängen und es nicht wegwerfen wollen. Aber auch Eltern mit ihren Kindern kommen häufig vorbei. „Die ersten Repair Cafés haben in Deutschland vor wenigen Jahren eröffnet, seitdem ist die Zahl schon auf über 100 gewachsen“, erzählt Birgit Dörr. In der NachbarschaftsEtage Fabrik Osloer Straße ist diese Woche erst ein weiteres Repair Café eingezogen – jeden zweiten und vierten Donnerstag von 17 bis 20 Uhr hat es geöffnet. Die Einrichtungen wollen sich künftig stärker vernetzen, um noch mehr Projekte gegen wachsende Müllberge auf die Beine zu stellen. Dafür sollen Konsumenten besser aufgeklärt werden, zum Beispiel darüber, dass viele Hersteller mittlerweile gezielt die Lebensdauer ihrer Geräte verkürzen. „Wir hoffen, dadurch mehr Druck auf die Unternehmen ausüben zu können, damit diese die Qualität der Produkte verbessern.“ Übrigens: Für die ehrenamtliche Mitarbeit werden noch dringend Elektrofachkräfte gesucht.

info@diewille.de
(030) 264 76 20

Nabila Lalee / Bild: Nabila Lalee

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