„Vielfalt ist spannend“

Integration: Die Ausstellung „total real!“ zeigt erfolgreiche Immigranten in Brandenburg

Flüchtlingsproblematik, Einwanderungspolitik, Willkommenskultur – das sind wiederkehrende Themen in den Debatten des Bundestags und in der Gesellschaft. Der Verein Gesicht Zeigen! hat die Ausstellung „total real! – Angekommen in Brandenburg“ konzipiert, die einen Blick auf die Realität von Zuwanderung wirft. Gezeigt werden 15 Portraits von Menschen, die im fünftgrößten Bundesland Deutschlands eine neue Heimat fanden.

Individuelle Schicksale

Sie kamen aus Liebe, Verzweiflung oder wegen eines guten Jobs. Sie sind engagiert, mutig und willensstark. Sie sind Politiker, Maler, Ärzte und Kreative. Gesicht Zeigen! hat Zugezogene aus dem Ausland in Brandenburg aufgespürt und mit ihnen gesprochen. Da ist zum Beispiel Malik Sehovic aus Kroatien: Als Kind kam er mit der Familie nach Deutschland. Für eine Stelle als Oberarzt der Urologie zog er 2010 nach Brandenburg. Dort genießt der leidenschaftliche Schwimmer die Nähe zum Scharmützelsee. Maler Victor Baselly ist in dem kleinen Dorf Ortwig bis heute der einzige Ausländer. Obwohl er in seiner Heimat Peru erfolgreich als Künstler und Dozent tätig war, zog es ihn 2003 nach Brandenburg nahe der polnischen Grenze. Grund hierfür war seine heutige Frau. Sami El-Sabkhawi wiederum fühlt sich in erster Linie als Deutscher, doch durch die ägyptische Abstammung väterlicherseits bewegt er sich in zwei Kulturen. Aufgewachsen in Potsdam besucht der engagierte Abiturient seit Oktober dieses Jahres die Polizeischule.

Victor Baselly lebt seit vier Jahren in Ortwig.

Victor Baselly lebt seit vier Jahren in Ortwig.

Insgesamt 15 verschiedene Gesichter und Geschichten, die vom Wegziehen und vom Ankommen, von Flucht und Neuanfang, von Mut und Ideen erzählen. Die Ausstellung beschreibt das Wagnis von Einwanderung, die für beide Seiten eine Unbekannte ist. Lassen sich alle auf eine Begegnung ein, werden aus Schwierigkeiten oft Chancen. Alle Portraitierten haben ihre eigenen Erfolgsgeschichten und mittlerweile sind sie für das Land Brandenburg unverzichtbar geworden. „Gesicht zeigen! gibt mit der Ausstellung einen Einblick in ein offenes Brandenburg, das die Chancen und Potentiale von Einwanderern schätzt und nutzt“, sagt Sophia Oppermann, Geschäftsführerin des Vereins. „Vielfalt ist aufregend, spannend und total real. Das zeigen wir.“
Im zweiten Teil der Ausstellung werden vertiefende Blicke in die Geschichte des Landes Brandenburg geworfen: Welche Bedeutung haben eigentlich die vielen Türme? Wieso hat Einwanderung etwas mit dem Indischen Grabmal zu tun? Mit unterschiedlichen Medien und Materialien geht die künstlerische Installation einigen unerwarteten Fährten quer durch Brandenburg nach.

Finale in Berlin

Die Ausstellung feierte ihre Eröffnung bereits im Jahr 2013 im Rathaus Potsdam. Bis vor kurzem tourte sie durch acht Landkreise in Brandenburg. Noch bis zum 17. Dezember, immer Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, ist „total real“ im Konferenzzentrum Beletage in der Heinrich-Böll-Stiftung zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Informationen

Heinrich-Böll-Stiftung,
Konferenzzentrum Beletage
Schumannstraße 8, 10117 Berlin
(030) 28 53 42 40

Josephine Bilk / Bild: Gesicht Zeigen!

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