Schau mir nicht in die Augen, Kleines!

Tierwelt: Warum ein Berliner Gorilla zum Youtube-Star wurde

Ein Video aus dem Berliner Zoo ist der Renner auf Youtube. Es zeigt, wie Gorilla Ivo vor wenigen Tagen Steine auf eine Gruppe irischer Touristen schleuderte. Die Presse-Schlagzeilen überschlugen sich, sprachen von Ivo dem Schrecklichen. Fachleute aber sehen bloß ausgepägtes Imponiergehabe. „Es ist normal, dass Gorillas ihren Harem, ihre Weibchen, gegen andere Affen-Gruppen, Feinde und auch Menschen verteidigen und schützen wollen“, sagt Dr. Ragnar Kühne, Zoologischer Leiter des Berliner Zoos. Das Imponier-Verhalten sei bei Gorilla-Männchen sehr ausgeprägt. Dies zeigen sie durch das Klopfen mit den Fäusten auf ihren Brustkorb, sie formen ein Hohlkreuz oder laufen Schein-Attacken. „Das ist so bei den Affen. Ivo ist eindeutig der Ranghöchste in seinem Gehege“, erklärt Dr. Kühne, und als Revier-Chef und Herr über drei Weibchen demonstriere er eben gerne mal seinen übergeordneten Rang. Kühne meint weiter: „Ja, es kommt ab und zu mal vor, dass er zur Schau stellt, wer hier das Sagen hat“.

Blick provoziert

Möglicherweise habe sich der Affe durch den Blickkontakt oder das Filmen der irischen Gruppe provoziert gefühlt. Man müsse allerdings gerade bei Gorillas die Hierarchie in der Gruppe verstehen und achten, erklärt der Experte. Tierpfleger tun gut daran, den Charakter eines Tieres zu respektieren, und achten bei der Fütterung der Gorillas darauf, den Augenkontakt zu vermeiden und sich nicht groß zu machen oder als „Vorgesetzter“ aufzuspielen. Das wirke herausfordernd, gerade wenn es sich um einen Clan-Chef wie Ivo handelt. Dass er Steine wirft, solle selbstverständlich nicht vorkommen. „Aber es ist eine naturnahe gestaltete Anlage mit viel Gras, Ästen und Wurzelwerk. Es kann sein, dass der Stein aus der Unterschicht hervorgetreten ist“, so der Zoologische Leiter.

Ohne Erfolg

1988 ist Ivo in Amsterdam geboren. Seit 2005 lebt er mit seinen drei Weibchen im Berliner Zoo, um für Nachfahren zu sorgen. „Er deckt sie auch“, so Kühne. Gorilla-Nachwuchs hat sich bis dato allerdings noch nicht eingestellt, obwohl der Junge mit seinen 26 Jahren im besten Alter ist und bis ins hohe Alter zeugungsfähig sein wird.

Michaela Bavandi / Bild: Berliner Zoo/Peter Griesbach

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