Neuer Standort für Weihnachts-Nostalgie

Umzug: Der romantische Markt am Opernpalais residiert nun am Schlossplatz

Joseph Nieke ist eine rheinische Frohnatur. Die muss er auch sein, denn als Betreiber des Nostalgischen Weihnachtsmarktes musste und muss er mit vielen Widrigkeiten kämpfen, die andere, weniger nervenstarke Menschen längst in die Verzweiflung getrieben hätten. Aktuell ist es der neue Standort, der Nieke Sorgen bereitet. Seit 1992 direkt am Opernpalais und auf dem Schinkelplatz beheimatet, ist sein Markt jetzt auf dem Schlossplatz gegenüber der Baustelle des Humboldtforums zu finden. Doch das mit dem Gefundenwerden klappt bislang bei Weitem nicht so gut, wie sich das Joseph Nieke und seine 89 Händler, Gastronomen und Fahrgeschäftsbetreiber vorgestellt haben. Dabei gaben sich alle Beteiligten enorme Mühe, aus dem etwas zugigen Standort direkt vor dem ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude eine weihnachtliche Wohlfühloase zu zaubern. Bis 28. Dezember bieten vor allem Kunsthandwerker aus Deutschland, Österreich, Italien, Israel, Polen, Peru, Chile, Kuba, Afrika und der Ukraine weihnachtliche Waren und Geschenke an. Das Angebot reicht von Christbaumschmuck und Krippenfiguren aus dem Erzgebirge bis hin zu Marionetten und Lammfellschuhen. Nostalgische Fahrgeschäfte wie die originalgetreu restaurierte „Fahrt ins Blaue“ aus dem Ende des 19. Jahrhunderts oder das Kinderkarussell von 1922, eine „lebendige“ Weihnachtskrippe und ein Wahrsager sorgen bei festlichem Lichterglanz für romantisches Ambiente. Gaumenfreuden garantieren Zucker- und Lebkuchenbäcker, Mandelbrenner und Kastanienröster. Stände mit Winzer-Glühwein, Feuerzangenbowle, Grünkohl und der klassischen Bratwurst sowie mehrere Festzelte runden das Angebot ab. Jetzt müssen nur noch die Berliner und ihre Gäste den Nostalgischen Weihnachtmarkt wiederentdecken. www.berliner-weihnacht.de

(mw) / Bild: M. Wolf

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