Kreative bekommen einen Nenner

Service: WeTeK berät Künstler und Kreative, die im Bezirk aktiv werden wollen

In Marzahn-Hellersorf scheint es noch genügend Freiraum für kreative Künstler zu geben. „Wer als Künstler den Weg aus den angesagten Bezirken hierher sucht, weil er sich allein billigen Wohn- und Gewerberaum verspricht, den muss man enttäuschen – auch hier im Bezirk können wir kein Paradies versprechen“, räumt Kulturstadträtin Juliane Witt mit einer Fehleinschätzung auf, die sich seit einiger Zeit in der Kreativbranche herumspricht.

Neue Perspektiven

Die beiden klassischen Tänzer Franz Scheibner und Mareike Franz sind neu im Bezirk. „Prenzlauer Berg und Mitte ist uns fremd geworden, in der City hängen doch inzwischen schon viel zu viele Vampire dran, um mit den Immobilien und Initiativen Gewinn zu machen“, so Scheibner, der als klassischer Baletttänzer schon an den renommiertesten Bühnen Deutschlands Erfolge feiern konnte. Seit September betreibt das Paar ihr Atelier für darstellende Kunst in Alt-Marzahn, um von hier aus ihre Aufführungen vorzubereiten. „Wir suchen aber auch ganz klar Kooperationen vor Ort“, erklärt der Tänzer, der an diesem Nachmittag zur Auftaktveranstaltung des „Creative Service Centers“ in der ZEIT.GUT.Kulturetage zu Besuch ist. Hier gibt es die Informationen, die jeder Künstler gebrauchen kann, um auch wirtschaftlich bestehen zu können.„Eine Beratung zu Projektförderung und EU Programmen wurde schon oft verlangt, konnte bislang aber nicht umgesetzt werden. Da das Kulturamt selbst keine Finanzmittel und Personal für eine Fördermittelberatung hat, freue ich mich sehr, dass jetzt die Beratung durch die Experten bei uns im Bezirk startet“, erläutert die Kulturstadträtin.

Will vernetzen

Die WeTeK Berlin gGmbH, bekannt durch ihre ARTWert-Weiterbildungsangebote in der Kreativbranche, berät seit Ende November alle neu hinzu gekommenen und alt eingesessenen Künstler im Bezirk. „Wir wollen die Kreativen hier im Bezirk vernetzen, Termine koordinieren, und Fördermöglichkeiten aufzeigen“, erläutert Projektmanagerin Caroline Vieten ihre Arbeit zu den Terminen des „Creative Service Centers“ an den jeweils letzten Donnerstagen in den kommenden Monaten im Haus 22 der Alten Marzahner Börse. „Marzahn eröffnet spannende Perspektiven, die wir unterstützen. Wir werden eine Kombination aus „offener Sprechstunde“ und vereinbarten Gesprächsterminen an diesen Tagen anbieten. Unser Ziel ist es, gute Ideen zu unterstützen, wirtschaftlich tragfähige Perspektiven zu entwickeln und die Kultur- und Kreativszene insgesamt zu stärken.“, so Vieten. Die Mischung der Kooperationswilligen Künstler scheint zumindest schon an diesem Premierentag zu stimmen: Elvira Mewes von der Kunst-Initiative Frauen-Kunst-Karawane und auch Norbert Baudach als ein Vertreter des Orwohaus e. V. denken bereits Kooperationsmöglichkeiten an, die sie mit anderen Marzahner Künstlern „stricken“ können – ganz im Sinne der Kulturstadträtin.

Für Terminabsprachen im ZEITGUT -die Kultur & Politiketage / Haus 22: Creative Service Center der WeTeK Berlin gGmbH,
(030) 22 50 91 81
csc@wetek.de

Bild: Stefan Bartylla

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