Friedensuhr für ein Stück Zeitgeschichte

Auszeichnung: Gedenkstätte Hohenschönhausen und Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe geehrt

Die Gedenkstätte Hohenschönhausen ist gemeinsam mit der DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe mit der Berliner Friedensuhr ausgezeichnet worden. Seit 25 Jahren wird der Preis vom Berliner Komitee für UNESCO-Arbeit an Persönlichkeiten beziehungsweise Institutionen verliehen, die auf Grundlage der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen zur Überwindung von Mauern zwischen Menschen exemplarisch beigetragen haben.

Mauern eingerissen

Diese Beschreibung treffe auf die Gedenkstätte zu, stellte das Komitee in einer Erklärung fest. Dort führen ehemalige Gefangene durch den Komplex, in dem zunächst sowjetische Geheimdienste und später die DDR-Staatssicherheit politische Gegner einsperrte. „Durch ihre tägliche Arbeit überwindet sie gleichsam die früheren Gefängnismauern, hinter denen die Menschenrechte mit Füßen getreten wurden, und reißt sie nachträglich nieder und rehabilitiert die Opfer.“ Neben Ulrike Poppe, die zur DDR-Zeiten selbst in dem ehemaligen Stasi-Gefängnis inhaftiert worden war, nahm Gedenkstätten-Direktor Hubertus Knabe den Preis stellvertretend für die zahlreichen Mitarbeiter der Einrichtung entgegen.
Dass man vor deren Leistungen „nur den Hut ziehen“ könne, erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Christoph Strässer. Der Vorsitzende des Bürgerbüros, Ehrhart Neubert, hob in seinem Grußwort hervor, dass die Preisträger wichtige Impulse bei der Aufarbeitung des SED-Staates gesetzt und auch den Menschen Hoffnung gegeben hätten, die meinten, ihr Schicksal sei vergessen. Und der Stifter der „Friedensuhr“, Jens Lorenz betonte schließlich, mit der gemeinschaftlichen Übergabe des Friedenspreises an Ulrike Poppe und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, „kommen wir im 25. Jahr ihres Bestehens zurück nach Hause, zurück nach Berlin.“ Denn entstanden ist die Berliner Friedensuhr ausgerechnet am 9. November 1989, als Lorenz eine von ihm entworfene Uhr mit der Inschrift „Zeit sprengt alle Mauern“ präsentierte. Mitten in die Präsentation der Uhr platzte die Nachricht vom Fall der Berliner Mauer und machte damit die Uhr zur Zeitzeugin ihres eigenen Anliegens.

Prominente Preisträger

Im vergangenen Jahr hatte die Organisation „Rotary International“ den Preis erhalten. In den Jahren zuvor wurden auch zahlreiche prominente Persönlichkeiten wie Papst Johannes Paul II oder George Bush senior mit dem Preis geehrt.

Philip Aubreville / Bild: Christof Rieken

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