Tagesschau für Anfänger

Filmprojekt: Die Pettenkofer Grundschule punktet beim Jugendfilmfest

Kinder finden Nachrichten langweilig. Dieses weit verbreitete Klischee hat die Pettenkofer Grundschule eindrucksvoll widerlegt. Sieben Schüler filmten eine Woche lang ihre eigene Tagesschau für Anfänger. Unterstützt wurden sie von Volker Hoffmann vom „Medienprojekt Berlin“. „Die Kinder schrieben ein eigenes Konzept, filmten und moderierten und sogar der Schnitt wurde von ihnen bewältigt“, sagt Hoffmann. Am 6. Dezember wurde die ganze Film-Crew für den 2. Platz beim Berliner Jugendfilmfest Lichtspiele feierlich geehrt.

Puder und Patzer

Im siebenminütigen Video zeigen sich die Vorstellungen der Grundschüler, wie eine Sendung so abläuft. Die hübsche Nachrichtensprecherin, die zwischen den Beiträgen nachgepudert wird, die unberechenbaren Experten-Interviews. Themenschwerpunkt: die vier Elemente. In höchst-physikalischer Weise erklärt ein
Wissenschaftler dem kleinen Reporter, wie die schuleigene Regenwasserpumpe funktioniert. Mit Mikro, Grafik und Seriosität – wie es sich gehört. Lachen war ausdrücklich erlaubt. Beim Zusammentreffen mit „Killer-Monstern“ im Park wurden Passanten befragt. Die fitte Joggerin, der alte Kiez-Anwohner – soziologische Kategorien, denen die Kinder täglich begegnen. Auf amüsante Weise spiegeln sie das Berlin wider, das sie kennen und lieben. Es wird schnell klar, was die Filmemacher an sogenannten normalen Nachrichten stört: zu öde, zu viel Gewalt und zu wenig Menschennähe. Die Idee kam an. Eltern, Lehrer, Schulkameraden waren genauso begeistert, wie die Jury des Filmfestes. „Wir wollen die aktive Filmarbeit von Kindern und Jugendlichen fördern. Seit 2011 können sie in unseren Projekten etwas über die Arbeitsteilung im medialen Prozess lernen, sich als Regisseur, Autor oder Schnitttechniker ausprobieren“, sagt Volker Hoffmann. Der Medienpädagoge hat schon einige Kinderprojekte, darunter etwa Musikvideos, Dokumentationen sowie Spiel- oder Trickfilme, begleitet. Er und seine Kollegen lassen sich auf die Kreativität der Kinder ein und helfen bei der Realisierung. Die jungen Filmemacher sollen später wissen, was sie meinen, wenn sie „etwas mit Medien“ studieren wollen.

Nicht nur Glitzer

Ein bisschen Entschleierung und ganz viel Spaß. Die Illusion, dass beim Fernsehen alles nur Glitzer und Glamour ist, wird behutsam aufgelöst. Stattdessen gibt es Teamarbeit und Theorie. Dass die tatsächliche Filmwelt trotzdem spannend sein kann, dafür sorgen die Initiatoren des Projektes. Meist arbeiten die Medienpädagogen mit Schulen und Vereinen zusammen. Wie die Pettenkofer Grundschule können Organisationen mit dem Medienprojekt kooperieren. Aber es geht auch anders: „Aktuell gibt es immer montags den Videoworkshop ‚Berlin interkulturell‘ für Jugendliche von 15 bis 27 Jahre“, so Hoffmann. Neugierige, die ins Altersprofil passen, sind jederzeit willkommen die bildbewegte Welt des Films kennenzulernen.

Weitere Informationen

Berliner Medienprojekt
www.medienprojekt-berlin.de

Viktoria Graf / Bild: Hoffmann

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen