Tatort Brunnenviertel

Literatur: Spannender Krimi aus den Tiefen des Wedding

Markus Keppel wohnte in der Putbusser Straße.  Er pendelte zwischen Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsprojekt hin und her. Seine Wohnung: ein Chaos – wie sein Leben.  Nach nur wenigen Seiten des Krimis „Berliner Macht“ ist Markus Keppel tot. „Ich habe einen dieser Neubauten da hinten als Tatort ausgesucht“, sagt Autor Ullrich Wegerich und zeigt beim Spaziergang durch das Brunnenviertel, der Kulisse seines zweiten Romans, auf ein Haus gegenüber dem leer stehenden Gymnasium.

Überraschende Wendungen

„Berliner Macht“ beginnt mit dem toten Hartz-IV-Empfänger, der auch als Detektiv gearbeitet hatte. Mit klaren Worten und guter Dramaturgie entblättert sich eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen, die in den Prenzlauer Berg, bis zum Deutschen Bundestag und zurück in den Weddinger Kiez führt. Wurde Markus Keppel das Spiel mit der Macht zum Verhängnis oder wurde er das Opfer einer Immobilienfirma, die im Brunnenviertel gewinnbringend sanieren wollte?

Das Brunnenviertel hat der 1955 geborene Autor ganz bewusst als Kulisse ausgewählt: „Das Gegenüber von Arm und Reich ist interessant“. Hier die teuren Eigentumswohnungen im Prenzlauer Berg, da die tristen Neubauwohnung im Wedding. Alles ganz nah beieinander. Bevor Ullrich Wegerich seinen Kommissar Mannheim durch den Kiez schickte, hat er sich seine Kulisse genau angeschaut. „Man muss viele Details recherchieren, damit die Geschichte glaubhaft wirkt“, sagt Wegerich. Ullrich Wegerich hat beim Ermittlungsteam auf bewährte Kräfte zurückgegriffen. Kommissar Mannheim und seine Kollegen klärten schon in seinem ersten Buch „Berliner Blut“ einen Mordfall auf – direkt vor der Haustür des Autors, in Charlottenburg.

Verschiedene Lebenswege

Das Romanschreiben ist für Ullrich Wegerich ein Hobby. Sein Geld verdient der Charlottenburger mit dem Verfassen von Heftromanen. Bei dieser Arbeit, für die er stets ein Pseudonym verwendet, hat er gelernt, eine Geschichte zu erzählen: „Man muss schnell auf den Punkt kommen. Viel hin und her kann man sich nicht leisten. Und unterhaltend muss es sein“.  Bis zu sieben Hefte schreibt er im Jahr: Krimi und Grusel. In seinen Romanen dagegen schreibt auch immer der Soziologe mit, beschäftigt sich Ullrich Wegerich nicht nur mit Tätern und Opfern. Er greift gesellschaftspolitische Entwicklungen auf. So geht es in „Berliner Macht“ nicht nur um einen Mord. Es geht um Arm und Reich und die ganz verschiedenen Lebenswege einiger Menschen zwischen Gesundbrunnen und Regierungsviertel.

Andrea Walde (Text und Bild)

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