Briefe aus der Vergangenheit

Geschichte: Reinickendorfer veröffentlicht Feldpost-Erzählungen aus dem Ersten Weltkrieg

Viele Jahrzehnte lagen die Briefe von Volker Kriegs Großvater Wilhelm Krieg unbeobachtet in einer unscheinbaren Holzkiste. Bis der Enkel aus Heiligensee durch einen Zufall entdeckte, dass in der Kiste ein wahrer historischer Schatz aus der Vergangenheit gelagert war. Vier Jahre lang, von 1914 bis 1918, musste Wilhelm Krieg als Landwehrmann im ersten Weltkrieg nach Frankreich an die Front. In dieser Zeit ist ein bewegender Briefwechsel zwischen dem Landwehrmann und seiner Familie entstanden, die den Krieg aus der Sicht der einfachen Bürger zeigt.

Volker Krieg, ehemaliger Berliner Kriminalhauptkommissar, hat in aufwändiger Feinarbeit die in Kurrentschrift verfassten Feldpost-Erzählungen seiner Großeltern entziffert und neu niedergeschrieben. Entstanden ist daraus ein Buch mit dem Namen „Landwehrmann Krieg im Krieg“, welches bemerkenswerte Einblicke in die Familie während der Kriegszeit vermittelt. „Liebe Grete, es ist nun Tatsache geworden, morgen früh geht es an die Front“, schreibt der damals 36-jährige Wilhelm Krieg, Laternenaufseher der Gaswerke, am 15. September 1914 aus Spandau an seine Frau Margarete. So beginnt der Briefwechsel zwischen Landwehrmann „Willi“ und „Grete“, die zu Hause in Charlottenburg mit den beiden Söhnen Erich und Hans auf die Rückkehr von Wilhelm wartet.

Spannende Erzählungen

Es folgen Jahre voller Verzweiflung und Hoffnung auf ein Ende des Krieges. Aber auch Jahre, in denen der Alltag trotz der schrecklichen Geschehnisse seinen Fortgang findet und Menschen beweisen, welche Stärke in ihnen steckt und dass sie Güte bewahren können, auch wenn um sie herum Furchtbares passiert. Als gelernter Bild- und Schriftlitograf fertigt Willi auch Zeichnungen von künstlerischer Qualität an, die seiner Familie einen Eindruck von seinem Umfeld in einem Kriegsgebiet vermitteln sollen, ebenso wie einige Fotografien. Auch wenn das Entziffern der alten Schrift anfangs mühevoll war, zogen die Erzählungen der Briefe Volker Krieg schnell in ihren Bann. „Mich hat auch beeindruckt, wie viel Zusammenhalt zwischen den Menschen in der schweren Zeit herrschte“, so Volker Krieg, der seit 35 Jahren in Heiligensee wohnt. Und damit auch andere Menschen einen Einblick erhalten können, wie eine preußische Familie den Ersten Weltkrieg erlebt und überlebt hat, beschloss der 65-jährige die Briefe in einem Buch zu veröffentlichen. In Eigenarbeit hat er das Buch gestaltet. Sogar Literaturkritiker Hellmuth Karasek zeigte sich begeistert: „Ein großartiges Buch. Es hat so viele genaue Details, wie ich sie so authentisch noch nie erlebt habe.“

ISBN: 978 3 7375 0163 7
Landwehrmann Krieg im Krieg
Volker Krieg

Nabila Lalee

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