Facetten des weiblichen Lebenszyklus

Kultur: Collectors Room zeigt Fotografie, Malerei und Videokunst

Bis 30. August präsentiert der me Collectors Room unter dem Titel „Queensize – Female Artists from the Olbricht Collection“ ausgewählte Künstlerinnen aus der Kollektion. „Die Idee ist aus dem Wunsch entstanden, den weiblichen Positionen der Sammlung Olbricht einen besonderen Raum und Zugang zu geben“, erzählt Nicola Graef, die gemeinsam mit Wolfgang Schoppmann die Ausstellung kuratiert. Die circa 150 gezeigten Arbeiten unterschiedlichster Medien sind von Künstlerinnen wie Helene Appel, Louise Bourgeois oder Daniela Rossell.

Unberührte Identität

Ausgangspunkt ist der titelgebende Begriff „Queensize“ – eines der größten Bettenformate. Das Bett dient als Chiffre für den existentiellen Ort menschlicher Erfahrung. Und so ergründet „Queensize“ die Bewusstseinszustände des Lebens und folgt dabei dem menschlichen Zyklus von Geburt, Leben und Tod. Ausgehend von diesen drei Phasen wird die Ambivalenz der Eigen- und Fremdwahrnehmung hinterfragt. Der erste Lebensabschnitt lässt sich als eine Phase unberührter Identität beschreiben. Frei von sozialen Zwängen, vorgefertigten Rollenbildern und gesellschaftlichen Codes bezeichnet er eine Reinform des Daseins, in der Spiel, Kindsein und Selbstgenügsamkeit überwiegen. Dies spiegelt Monika Baers Malerei „Ohne Titel“ (2004) wider: Aus dem Nichts in eine unbestimmte Richtung blickend, schwebt – halb abstrakt, halb gegenständlich – ein mädchenhafter Frauenkopf, scheinbar außerhalb von Raum und Zeit und losgelöst vom Körper.

Weitere Informationen

me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht

Auguststraße 68
Tel.: (030) 86 00 85 10

www.me-berlin.com
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 12 bis 18 Uhr

red/j.b. / Bild: the-artist-and-Galerie-Barbara Weiss

WEITERSAGEN