Ein Blick in die Welt der Stasi

Ausstellung: Historische Dokumente zeigen, wie Mielkes Spitzel ein ganzes Land belauschten

Ein grauer, riesiger Gebäude-Komplex in der Normannenstraße: Von hier aus überwachten  Mielkes Spitzel ihre eigenen Landsleute. Seit dem 14. Januar kann jetzt jeder einen Blick in die Welt der Stasi werfen. Die Ausstellung „Staatssicherheit in der SED-Diktatur“  versucht in bedrückender Weise die Frage zu klären: Warum war eine Organisation wie die Stasi in der DDR überhaupt möglich? Auf drei Etagen im Haus 1 erwarten den Besucher historische Dokumente, Fotos, Film- und Tonbandaufzeichnungen.

Dunkle Erinnerung

Zum Bürgertag am 17. Januar kamen 7.000 Besucher auf das Gelände in der Normannenstraße. „Zu einem wahrlich historischen Datum, der Besetzung der Stasi-Zentrale am 15. Januar 1990 durch mutige Bürgerinnen und Bürger, eröffnen wir eine neue Ausstellung über das Wirken der Geheimpolizei am historischen Ort“, sagte Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen (BstU). „Wir erinnern hier an die Mechanismen der Repression, aber auch daran, dass die Menschen am Ende den Mut und die Kraft hatten, sie zu überwinden.“ Die Ausstellungsräume der ersten und dritten Etage liefern Basiswissen und vertiefende Informationen zum Entstehungskontext, Funktion und Aufgabe sowie der Ideologie der Stasi. Zudem werden Handlungs- und Entscheidungsverantwortliche vorgestellt und Konsequenzen und Auswirkungen der MfS-Aktionen erläutert. In der zweiten Etage öffnen sich die Büros des ehemaligen Ministers für Staatssicherheit Erich Mielke und seiner engsten Mitarbeiter für die Besucher. Die Räume sind weitgehend im Originalzustand erhalten. Dorthin zurückgekehrt ist auch der legendäre „Rote Koffer“, in dem Mielke Unterlagen über seinen Chef, Erich Honecker, gesammelt hat.

Exponate und Programme

Kernstück aller Präsentationen sind die Stasi-Unterlagen aus dem BStU-Archiv: Text-, Bild- und Tondokumente geben die Sichtweise und das Denken der Stasi wieder. Neben Uniformen, Waffen und Orden sind das auch Gegenstände der ×operativen Technik“ wie versteckte Kameras und Wanzen ausgestellt. Medien-Stationen und ein Datenterminal zum Leitungspersonal und zu Diensteinheiten des MfS bieten Stoff für die Beschäftigung mit den Themen. Es werden auch Führungen und Zeitzeugengespräche angeboten. Der BStU organisiert auch Projekte für Schüler und Lehrkräfte.

Iris Schmitz

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