Schmerzgrenze am Kollwitzplatz erreicht

Wohnungsmarkt-Report: Ausweichtrend nach Norden setzt sich fort

Während in Innenstadtlagen das Steigerungspotenzial bei den Wohnungsmieten ausgereizt scheint, verlagert sich die Nachfrage in gut angebundene Quartiere außerhalb des Zentrums und einfache Stadtrandlagen. Das geht aus dem Wohnmarktreport Berlin 2015 hervor, der erstmals gemeinsam von der Berlin Hyp AG und der CBRE GmbH herausgegeben wurde.

Weiterer Zuzug

In Pankow liegen zwei Großprojekte in Prenzlauer Berg bei der Wohnungszahl weit vor allen anderen: das Gelände am nördlichen Mauerpark, auf dem 450 Eigentums- und Mietwohnungen geplant sind sowie das Projekt „La Vie“ nahe dem Senefelderplatz mit mehr als 350 Mietwohnungen. In Niederschönhausen übernimmt die städtische Gesbau AG gleich zwei Projekte mit jeweils rund 100 Wohnungen, die sie ab 6,90 Euro pro Quadratmeter und Monat vermieten will – allerdings in den „Pankower Gärten“ kombiniert mit einem frei finanzierten Teil, in dem die Wohnungen bis zu 11,65 Euro kosten sollen. Pankow rechnet mit weiterem starken Zuzug. Derzeit steigen die Angebotsmieten am stärksten in den Gebieten zwischen dem Prenzlauer Berg und den grünen Stadtrandvierteln: rund um die Pistoriusstraße, die Ostseestraße und die Neumannstraße. Die mittlere Kaufkraft ist in den drei Gebieten sehr niedrig. Dies führt zu recht hohen Wohnkostenquoten, also einem für Mieter ungünstigen Verhältnis der mittleren Angebotsmiete zur Haushaltskaufkraft. Noch weit höher ist diese Quote allerdings im Süden des Bezirks, im Prenzlauer Berg. Die Gebiete um den Kollwitzplatz, die Prenzlauer Allee, den Helmholtzplatz und den Arnimplatz gehören in puncto Wohnkostenquote zum obersten Zehntel Berlins. Überall dort hat die mittlere Angebotsmiete mittlerweile die Zehn-Euro-Schwelle überschritten bzw. am Arnimplatz genau erreicht.

Günstiger Norden

Zwar gibt es im Prenzlauer Berg ein ausgeprägtes oberes Marktsegment: Für das teuerste Zehntel der angebotenen Wohnungen werden hier mittlere Mieten zwischen 16,52 Euro (Arnimplatz) und 18,24 Euro (Kollwitzplatz) verlangt. Viele andere Wohnungen sind aber relativ schlicht, was trotz der guten Lage der Bereitschaft Grenzen setzt, exorbitante Mieten zu zahlen. Teilweise ist diese schon erreicht, eine Ausweichbewegung nach Norden zeigte sich bereits in den vergangenen Jahren. Ein weiterer Indikator: Im teuersten Gebiet am Kollwitzplatz sind die mittleren Angebotsmieten 2014 um 2,2 Prozent gesunken. In den grünen Vierteln im Norden Pankows steigen die Angebotsmieten nur mäßig und sind nach wie vor am niedrigsten. Günstige Angebote finden Haushalte in Karow und Buch, das jetzt einzige Gebiet im Bezirk mit Mietmittelwerten unter sieben Euro pro Quadratmeter. Heinersdorf, Buchholz, die Gegend um die Buschallee und Rosenthal haben Werte zwischen sieben und acht Euro. Nach wie vor gibt es in Pankow auch Wohnungen zu Niedrigkonditionen. Für das jeweils preisgünstigste Zehntel des lokalen Angebots werden an der Buschallee, in Karow/Buch und an der Ostseestraße im Mittel weniger als sechs Euro verlangt. Das unterste Mietniveau in diesem Einfachsegment weist jedoch das innerstädtische Quartier um die Danziger Straße auf.

Michael Hielscher / Bild: imago/PEMAX

WEITERSAGEN

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Schließen