Langer Atem an der Graefe-Schule

Schullandschaft: Vier Millionen Euro flossen in Sanierung / Schulleiter wünscht sich mehr Schüler

Vier Millionen Euro hat Friedrichshain-Kreuzberg in den vergangenen fünf Jahren in den Umbau und die Sanierung der Sekundarschule Graefestraße investiert. Schulleitung und Bezirk sehen den Standort auf gutem Weg, auch wenn noch einiges zu tun bleibt.

Das gilt vor allem für das oberste Ziel, das Schulleiter Guido Schulz verfolgt. „Wir wünschen uns mehr Schüler und wollen vierzügig werden, bislang klappt das nur bei den 9. und 10. Klassen“, sagt er. Derzeit werden 220 Schüler gezählt. Laut Schulz zeige gerade bei Anmeldungen für höhere Klassen die Kurve nach oben, insgesamt habe es in diesem Schuljahr keine einzige Abmeldung gegeben. Dennoch wünscht sich Schulz für seine Schule mehr Akzeptanz im Kiez. Nach wie vor würden viele Eltern ihre Kinder auf Schulen in andere Ortsteile schicken.

Das liege an dem schechten Ruf der Hauptschule, die bis vor einigen Jahren in dem denkmalgeschützten Bau beheimatet war, aber auch an den Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb, die auch das Bezirksamt als „enorme Herausforderung“ bezeichnet hat. Schulz: „Für Schüler und Lehrer waren die vergangenen Jahre ein Albtraum. Den Unterricht ständig umorganisieren zu müssen, hat viel Kraft gekostet.“ Trotzdem blicke das Kollegium hoffnungsvoll in die Zukunft. Bis zum kommenden Sommer gehen die Arbeiten am Haus B weiter. Derzeit wird die Fassade erneuert, demnächst sind unter anderem Decken, Fenster und Beleuchtung an der Reihe.

Starke Praxis

„Je mehr Schüler wir haben, desto mehr können wir anbieten“, erklärt Schulz den Wachstumskurs. Extras gibt es an der Schule reichlich. Der pädagogische Ansatz legt einen Schwerpunkt auf Praxisbezug, zum Beispiel durch Werkstatt-Arbeit. So steht den Schülerinnen und Schülern eine professionelle Backstube zur Verfügung, in der Küche und der Cafeteria produzieren die Jugendlichen Snacks und Mittagessen für die gesamte Schule. Darüber hinaus lernen die Jungen und Mädchen in der Holzwerkstatt, der Schneiderei und der Fahrradschlosserei viele Grundlagen für den Einstieg ins Berufsleben. Außerdem laufen Kooperationen mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus und im Praxis-Bereich „Pflege und Soziales. Langfristig gesehen könnte der Schule ein weiterer Standortvorteil in die Hände spielen: Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren liegt das Alter der rund 30 Lehrer weit unter dem Berliner Mittelmaß. Und das Kollegium wächst.

Schulz vertraut auf die Stärke seiner Lehrkräfte, wenn die Graefe-Schule vorankommen soll. „Soziale Brennpunkte sind oft schwierig, erzeugen aber ebenso häufig ein Kollegium, das eng und gut zusammenarbeit und innovative Konzepte hervorbringt“, sagt er.

Nils Michaelis / Bild: Andreas Teich

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