Diskussion um Olympia im Berliner Osten

Sport: SPD-Abgeordnete schätzen die Potenziale für Pankow und Lichtenberg ein

Im kommenden Monat fällt die Entscheidung, welche deutsche Stadt sich für die Olympischen Sommerspiele 2024 bewerben darf. Weil diese Entscheidung von der Zustimmung in der Bevölkerung abhängt, rühren Politiker in Berlin seit Monaten die Werbetrommel. Für die Bezirke Pankow und Lichtenberg haben die SPD-Abgeordneten Dennis Buchner und Karin Halsch sowie der Verwaltungsleiter des Sportforums Hohenschönhausen, Oleg Krüger, diese Frage diskutiert.

Mit dem Sporthotel Kolumbus hatte man dabei einen besonderen Veranstaltungsort ausgewählt: Schließlich beherbergt es auch viele junge Sportler – jenen Nachwuchs also, der 2024 beim Kampf um die Medaillen antreten könnte. Gerade in Berlin gebe es hier ein großes Potenzial, meinte Karin Halsch: „Wir sind die Sportstadt Nummer Eins, wir haben 170 Bundesligisten.“ Gleichwohl seien viele Sportanlagen „nicht in dem Zustand, den wir uns wünschen“.
Diese müssten ohnehin saniert werden, ergänzte Dennis Buchner. „Wir könnten so mit einem kleinen Betrag viel Geld in die Stadt holen.“ Die Kritik an der Bewerbung sei „politisch nicht fair“, da sie vorhandene Mittel suggeriere, über deren Verteilung entschieden werden müsse. Diese Mittel gebe es aber überhaupt nur im Falle einer erfolgreichen Bewerbung. Auch Oleg Krüger zeigte sich überzeugt, dass „für uns auf jeden Fall etwas übrig bleibt.“ Olympia sei eine Chance, bereits laufende Prozesse in der Entwicklung der Sportanlagen zu beschleunigen. In den fraglichen Bezirken stehen dabei mehrere Anlagen als mögliche Olympia-Sportstätten zur Debatte. Für Lichtenberg nannte Karin Halsch etwa das Stadion Friedrichsfelde, das Stadion des 1. Mai und die Anlagen an der Storkower Straße 209, während die Pankower Sport-Stadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz auf die Anlagen an der Rennbahnstraße, der Buschallee und den Kissing-Sportplatz verwies: „Die liegen nicht völlig darnieder und sind barrierefrei saniert – bis 2024 wird aber viel Zeit ins Land ziehen.“ Ohnehin war die Barrierefreiheit ein großes Thema bei der Diskussion, kämen mit den Olympischen Spielen doch auch die Paralympics in die Hauptstadt. „Das gäbe uns einen Schub und Berlin könnte hier die führende Stadt werden“, meinte Halsch.

Ein Sitzvolleyball-Spieler aus dem Publikum wollte sich mit solchen Eventualitäten nicht zufrieden geben: „Dann fangt mal schnell an“, forderte er die Politiker auf und verwies auf die gut ausgebaute Infrastruktur in Barcelona, wo 1992 die Spiele stattfanden. Der Behindertensportler setzte mit seinem Beitrag den Schlusspunkt mehrerer kritischer Stimmen, die etwa die mangelnde Emotionalität der aktuellen Kampagne thematisierten. Die SPD-Abgeordneten stimmten hier meistens zu und versprachen Verbesserungen. „Im September wird es eine völlig andere Kampagne geben“, kündigte Dennis Buchner an und Karin Halsch erklärte: „Auch ich würde mir mehr Emotionen wünschen.“ Hier sei aber insbesondere auch die Basis gefragt – für eine erfolgreiche Bewerbung brauche man Multiplikatoren in den Sportvereinen und ihrem Umfeld.

Philip Aubreville / Bild: Philip Aubreville

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