Panorama in Pixeln

Internet: Der Blog „Himmel über Steglitz“ zeigt beeindruckende Aufnahmen

Malerische Sonnenaufgänge, dunkle Wolken oder Kondensstreifen von Flugzeugen: Seit sechs Jahren fotografiert Gesine von Prittwitz den Himmel über Steglitz und veröffentlicht die Bilder in ihrem gleichnamigen Blog im Internet. Dort hat sich mittlerweile ein beeindruckendes Panorama an facettenreichen Himmelslandschaften angesammelt.

Avance des Himmels

„Meine Wohnung liegt im vierten Stock und hat eine kleine Terrasse mit einer großen Fensterfront, die eine relativ unverstellte Aussicht gen Süden ermöglicht. Gegenüber fällt der Blick auf fünf Baumkronen, links gewendet sind zwei Wahrzeichen des Bezirkes zu sehen: der Bierpinsel und der Steglitzer Kreisel. Nach meinem Einzug im Februar 2009 habe ich die Aussichten verschiedentlich bei Twitter geteilt. Das kam so gut an, dass ich mich entschied, die Aufnahmen zu archivieren“, erzählt von Prittwitz. In ihrem Fotoblog, auf Facebook und Twitter stöbern nun geschätzte 100 Besucher pro Eintrag durch die Aufnahmen. „Ich denke, dass der Himmel auf alle Menschen eine besondere Anziehungskraft ausübt. Insofern ist es vermutlich nicht sonderlich verwunderlich, dass die Resonanz erfreulich ist“, erklärt von Prittwitz, die von dem Projekt „regelrecht angesprungen“ worden sei: „Es war sozusagen eine Avance des Himmels, der mir andauernd ein anderes Gesicht von sich zeigt. Bisweilen ändert er sein Aussehen sogar sekündlich – das zog mich in Bann. Hinzu kommt, dass sich die Baumkronen im Jahresverlauf ebenfalls verändern. Im Sommer stehen sie mit ihren Blättern in voller Pracht, im Winter ragen ihre Äste kahl in den Himmel.“ Die Variation dieser beiden Motive sei faszinierend und lasse erahnen „dass noch mehr existiert, als das, was wir rational erfassen können.“ Dabei ist natürlich nicht alles Gold, was – manchmal – glänzt und glitzert. Doch selbst einen grauen, tristen Himmel möchte Gesine von Prittwitz nicht als „hässlich“ verstanden wissen: „Es gibt allenfalls einen faden Himmel, weil er gleichbleibend grau oder eintönig blau ist. Dann fotografiere ich ihn nicht.“ Umgekehrt gelte, dass geschossene Bilder immer auch veröffentlicht würden. „Und zwar postwendend in Echtzeit.“ Zu welcher Tageszeit der Blog mit neuem Bildmaterial gefüttert wird, ist dabei eher dem Zufall geschuldet: „Wenn der Himmel mich spontan anspringt, schnappe ich mir die entsprechende Technik – seit vier Jahren vornehmlich das Smartphone – drücke auf den Auslöser und poste das Bild in meinem Blog.“

Andere Motive

Das Fotografieren sei dabei längst zu einem festen Ritual geworden, berichtet von Prittwitz. Neben dem Himmel über Steglitz nimmt sie neuerdings auch ihren Mischlingshund Lotta-Filipa regelmäßig ins Visier. Auch er hat jetzt einen eigenen Blog im Internet.


Philip Aubreville / Bild: Gesine von Prittwitz

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