Für sexuelle Vielfalt

Förderung: Das Jugend Museum Schöneberg bekommt Geld für ein neues Projekt

Das Jugend Museum Schöneberg erhält 650.000 Euro Fördermittel vom Bund für das Projekt „All Included. Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“. An der Initiative gegen Homophobie und Transphobie sind neben dem Jugend Museum sechs Schulen aus dem Bezirk beteiligt.

Bildung und Kultur

„Wir freuen uns sehr. An das All-Included-Projekt fließen jährlich 130.000 Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dank der Fördergelder können Workshops, Lernwerkstätten, Ausstellungen, Veranstaltungen und didaktische Materialien finanziert werden“, erklärt Petra Zwaka, Leiterin des Jugend Museums Schöneberg. Die Arbeit des Jugend Museums richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche von zehn bis 18 Jahren, geboten werden aber auch Programme für Vorschulkinder und Familien. „Das Thema sexuelle Vielfalt und das Sichtbarmachen sowie die Akzeptanz anderer Lebensweisen ist mittlerweile als Herausforderung auch in den Bildungseinrichtungen angekommen, aber die Angebote sind noch immer nicht ausreichend. Demgegenüber steht das von Ausbildern beklagte mangelnde Interesse der Lehrkräfte, an Fortbildungen teilzunehmen, sei es aus Berührungsängsten mit der Thematik oder weil häufig die Befindlichkeit der Schüler falsch eingeschätzt wird“, erklärt die Leiterin. Sie sieht das Museum als außerschulische Bildungseinrichtung an der Schnittstelle von Bildung und Kultur. Neben verschiedenen Geschichts- und Lernwerkstätten, kreativen Workshops und Aktionen (2015/2016), öffentlichen Präsentationen in Werkschauen (2016) und einer generationsübergreifenden interaktiven Ausstellung (2017/2018) sollen dauerhaft einsetzbare Bildungsmaterialien (2019) entstehen. „Los geht es im Mai oder Juni mit einem Auftaktworkshop für Lehrkräfte und Museumsmitarbeiter. Dann kommt das MUSEUMSMobil in die Schulen, außerdem wird es eine Sommerakademie mit künstlerisch-ästhetischen Workshops rund um das Thema ‚Identitäten‘ im Jugend Museum geben. Und in den letzten Monaten des Jahres sind Geschichtswerkstätten mit den Schulen geplant. Die Ergebnisse werden in gestalterischer, szenischer und medialer Form verarbeitet“, erklärt Zwaka abschließend. Verschiedene lokale Akteure werden miteinbezogen. Dazu gehören derzeit sechs Grund- und Oberschulen aus dem Bezirk, das Quartiersmanagement und die Integrationsbeauftragte, aber auch Organisationen, Vereine, Initiativen sowie andere Museen.

Gegenseitige Toleranz

„Ich freue mich, dass aus immerhin 189 Bewerbern aus ganz Deutschland auch das Projekt bei uns in Schöneberg ausgewählt worden ist“, sagt Dr. Jan-Marco Luczak, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Tempelhof-Schöneberg. „Mit dem neuen Bundesprogramm ‚Demokratie leben‘ unterstützt die Bundesregierung Vereine, Projekte und Initiativen, die sich gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Radikalisierung engagieren“, erklärt er weiter. „Es ist entscheidend, dass gerade junge Menschen frühzeitig lernen, wie vielfältig und bunt unsere Gesellschaft ist – und wie wichtig gegenseitiger Respekt und Toleranz sind.“

Anke Walter / Bild: Jugend Museum

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